Wirtschaft

AMS-Chef erwartet kaum Auswirkungen durch 12-Stunden-Tag

AMS-Vorstand Johannes Kopf erwartet von der Arbeitszeitflexibilisierung keine maßgeblichen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Das AMS sei der Meinung, dass die höhere Flexibilität zu "keinen großen, messbaren Effekten in Bezug auf Arbeitslosigkeit oder Beschäftigung führen wird", meinte Kopf am Mittwoch am Rande eines Pressegespräches in Eisenstadt.

Kopf durchaus positiv gegenüber Reform eingestellt SN/APA/HANS KLAUS TECHT
Kopf durchaus positiv gegenüber Reform eingestellt

Vielmehr werde dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe gestärkt. "Und damit könnte es langfristig für den Wirtschaftsstandort sogar sozusagen positive Effekte geben", so der AMS-Vorstand. Österreich stehe im internationalen Wettbewerb, wodurch die Flexibilität der Betriebe in der Bearbeitung von Aufträgen immer wichtiger werde. Möglicherweise würden nun Aufträge abgearbeitet, die zuvor noch abgelehnt wurden.

Da und dort könne die Möglichkeit, dass Mitarbeiter länger arbeiten, dazu führen, dass die Beschäftigung etwa von Zeitarbeitern oder zusätzlichen Beschäftigten nicht mehr notwendig sei. "Es kommt ein Auftrag rein und dann ist es möglich, mit der eigenen Belegschaft die Spitze abzudecken, was bisher nicht möglich war", sagte Kopf.

Laut dem AMS-Vorstand umfasste die Mangelberufsliste im Vorjahr noch elf Berufe, heuer seien es bereits 27. Für nächstes Jahr sei möglicherweise mit einer Verdoppelung zu rechnen.

Das AMS steuere mit einer Reihe von Initiativen gegen den Fachkräftemangel. Ein Beispiel sei die Arbeitsplatznahe Qualifizierung (AQUA). Rund 2.600 Personen seien im Vorjahr österreichweit durch AQUA gefördert worden, heuer seien 4.500 Förderplätze geplant. Durch die Maßnahme sei eine verkürzte Lehrausbildung möglich, erläuterte Helene Sengstbratl, Landesgeschäftsführerin des AMS Burgenland. Die Facharbeiter seien dadurch bereits nach eineinhalb Jahren einsatzfähig. AQUA richte sich an Betriebe, die dringend Arbeitskräfte brauchen sowie an Arbeitsuchende, die sich beruflich in einer Sackgasse befinden würden, so Sengstbratl.

Quelle: APA

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