Österreich

AMS-Chef Kopf: "Schulen sind nicht schlechter als früher"

AMS-Chef Johannes Kopf verteidigt die Schulen gegen Kritik aus der Wirtschaft, wonach immer mehr Pflichtschulabsolventen Probleme beim Rechnen, Schreiben und Lesen haben. "Die Schulen sind nicht schlechter als früher", sagte er am Dienstag bei einer Infoveranstaltung für Jugendliche.

AMS-Chef Kopf: "Schulen sind nicht schlechter als früher" SN/APA (Archiv)/HANS KLAUS TECHT

Es würden aber immer mehr gute Schüler in weiterführende Schulen gehen, wodurch der Prozentsatz der gut ausgebildeten Lehrlinge rückläufig sei. Die große Herausforderung sei die Digitalisierung der Arbeitswelt - und hier seien viele junge Menschen schlecht vorbereitet, obwohl sie sehr viel Zeit mit Smartphones und Tablets verbringen. "Digitale Kompetenzen sind etwas anderes als YouTube und Instagram", so Kopf.

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) stimmte ebenso wie Nestle Österreich-Chef Fabrice Favero mit Kopf überein, dass die Digitalisierung der Arbeitswelt - Stichwort Industrie 4.0 oder das Internet der Dinge - die Arbeitnehmer vor große Herausforderungen stellen wird. Hammerschmied meinte auf der Veranstaltung "all4YOU - Alliance for Youth" in der Industriellenvereinigung in Wien, dass sie die Digitalisierung auch verstärkt für die Ausbildung nutzen will. So könnte in einer Klasse individueller auf die Stärken der einzelnen Schüler eingegangen werden.

Dass nicht nur Stärken, sondern auch Engagement zählen, betonte Favero. "Ihr habt alle eine Chance, aber ihr müsst dafür kämpfen", sagte er in Richtung der Jugendlichen, die an dem "all4YOU"-Projekt teilnehmen.

Silvia Kunz vom Verein zur Förderung von Arbeit und Beschäftigung (FAB) appellierte an die Unternehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr zu nehmen und nicht nur nach den besten Schulabgängern zu suchen. "Wir verlieren noch eine ganze Menge Menschen", gab sie zu bedenken. Georg Kapsch, Präsident der Industriellenvereinigung (IV) und Chef der Wiener Industriegruppe Kapsch, betonte wiederum, dass sich die Industrie ihrer wirtschaftlichen und daraus resultierenden gesellschaftlichen Verantwortung klar sei.

Kapsch richtete angesichts der großen Zahl an Flüchtlingen, die in den Arbeitsmarkt integriert werden müssen, einen flammenden Appell gegen Populismus und Fremdenfeindlichkeit, der sich in Europa immer mehr ausbreite. "Arbeitsplätze und Bildungseinrichtungen sind die Orte der Integration", so Kapsch.

Quelle: APA

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