Wirtschaft

Andritz baut 500 Jobs bei deutscher Tochter Schuler ab

Der börsennotierte Anlagenbauer Andritz streicht bei seiner deutschen Tochterfirma Schuler rund 500 Arbeitsplätze. Mit dem Jobabbau hauptsächlich in der Fertigung würden die Kapazitäten an die Schwäche am internationalen Automobilmarkt angepasst, teilte das steirische Unternehmen am Montag mit. Ein Maßnahmenprogramm werde mit den Arbeitnehmervertretungen in Deutschland erörtert.

Die Steirer bauen 500 Stellen im deutschen Göppingen ab SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Die Steirer bauen 500 Stellen im deutschen Göppingen ab

Der Pressenhersteller Schuler mit Sitz in Göppingen im deutschen Bundesland Baden-Württemberg beschäftigt weltweit rund 6.500 Mitarbeiter, davon knapp 4.200 in Deutschland. Schuler ist nach eigenen Angaben der weltweit führende Hersteller von Anlagen für die Blechumformung. Der Stellenabbau betrifft ausschließlich Arbeitsplätze in Deutschland.

Die insgesamt für diese Maßnahme notwendigen außerordentlichen Aufwendungen betragen laut Andritz 85 Mio. Euro, wovon ca. 70 Prozent "cashwirksam" sind, der Rest betrifft Abschreibungen von Vermögenswerten im Zuge der Reduktion der Fertigungskapazitäten. Die Rückstellungen für diese Aufwendungen werden im dritten Quartal 2019 gebucht und werden sich damit ergebnismindernd auf das Geschäftsjahr 2019 der Andritz-Gruppe auswirken, wie es in der Unternehmensmitteilung heißt.

Darüber hinaus werden Wertminderungen auf Firmenwerte in der Höhe von rund 25 Mio. Euro vorgenommen werden, die auch im Zusammenhang mit dem Maßnahmenprogramm bei Schuler stehen. Das Ergebnis 2019 werde also mit 110 Mio. Euro belastet, hieß es aus dem Unternehmen auf APA-Anfrage.

Andritz-Vorstandschef Wolfgang Leitner nennt die geplanten Maßnahmen in einer Aussendung "zwar schmerzlich, aber notwendig". Aus jetziger Sicht seien keine Anzeichen einer nachhaltigen Erholung am internationalen Automobilmarkt vorhanden. Die Automobilbranche befinde sich in einem großen Transformationsprozess. Die Anpassung der Kosten- und Fertigungsstrukturen sei notwendig, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Schuler zu gewährleisten.

Ab dem Jahr 2021 rechnet Andritz dann mit einer schrittweisen Verbesserung der Rentabilität von Schuler. Zusammen mit dem bereits laufenden Restrukturierungsprogramm 2018 seien im Vergleich zum laufenden Geschäftsjahr Einsparungen von etwa 60 Mio. Euro zu erwarten, die in voller Höhe ab dem Geschäftsjahr 2022 wirksam werden sollten.

Quelle: APA

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