Wirtschaft

Andritz-Gewinn wegen Restrukturierung klar gesunken

Die laufende Restrukturierung bei der Andritz-Tochter Schuler hat den Gewinn des steirischen Anlagenbauers 2019 deutlich belastet. Unterm Strich blieben 127,8 Mio. Euro und damit 42,4 Prozent weniger übrig als im Jahr 2018, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. An Aufträgen mangelte es dem Unternehmen dagegen nicht, auch die Umsätze legten im Vorjahr zu.

Auftragseingänge aber auf neuem Rekordwert SN/APA (Archiv)/HERBERT NEUBAUER
Auftragseingänge aber auf neuem Rekordwert

2019 stiegen die Auftragseingänge um 9,6 Prozent auf rund 7,3 Mrd. Euro. Das sei ein neuer Rekordwert, so das Unternehmen. Für das Plus seien vor allem neue Aufträge im Bereich "Pulp & Paper" verantwortlich gewesen. Dank eines sich gut entwickelnden Servicegeschäfts habe außerdem der Umsatz um 10,7 Prozent auf rund 6,7 Mrd. Euro zugelegt.

Rentabilität und Gewinn seinen jedoch stark von der Restrukturierung im Metals Forming Bereich, der im wesentlich aus dem deutschen Pressenhersteller Schuler besteht, belastet gewesen. Die anhaltende Schwäche am internationalen Automarkt mache "kapazitive Anpassungen notwendig, die 2020 und 2021 umgesetzt werden", hieß es am Mittwoch. Dementsprechend habe sich das operative Ergebnis vor außerordentlichen Effekten (EBITA) deutlich um 13 Prozent auf 343,2 Mio. Euro verringert, das Betriebsergebnis (EBIT) ging um rund ein Viertel (26,0 Prozent) auf 237,9 Mio. Euro zurück. Auch das Finanzergebnis sank von minus 17,4 auf minus 57,0 Mio. Euro. Dies sei vor allem auf erhöhte Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit der Refinanzierung von Finanzverbindlichkeiten der 2018 gekauften Xerium zurückzuführen.

Die Erwartungen für das laufende Jahr hat Andritz im Wesentlichen bestätigt: für 2020 erwartet das Unternehmen einen "leichten Anstieg des Umsatzes und ein gegenüber 2019 unverändertes operatives EBITA". Das globale wirtschaftliche Umfeld sei derzeit jedoch von hoher Unsicherheit geprägt - nicht zuletzt wegen des Ausbruchs des Coronavirus. Die Auswirkungen des Virus auf die chinesische Wirtschaft seien bisher noch "nicht einschätzbar" und daher nicht in der aktuellen Umsatz- und Ergebnisprognose der Andritz berücksichtigt.

Der Vorstand werde eine Dividende von 0,70 Euro je Aktie vorschlagen. Das entspreche einer Ausschüttungsquote von rund 55 Prozent, so das Unternehmen.

Quelle: APA

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