Wirtschaft

Arbeiter in OÖ leistete jahrelang unentgeltlich Überstunden

Ein Arbeiter aus dem Bezirk Braunau hat jahrelang quasi unentgeltlich bis zu 130 Überstunden für seinen Arbeitgeber geleistet. Er bekam nur einen Bruchteil ausbezahlt, noch dazu zahlte ihm sein Chef keine zustehenden Nachtschichtzulagen. Nach seiner Kündigung kontrollierte die OÖ. Arbeiterkammer (AK) die Endabrechnung und stellte so die Missstände fest.

Die Arbeitsrecht-Experten entdeckten zusätzlich massive Zeitüberschreitungen, berichtete der Mediendienst der Oberösterreichischen Arbeiterkammer am Sonntag. Der Lohn blieb über die acht Jahre gleich. Nur einen Teil der ausstehenden Ansprüche, nämlich 4.000 Euro, konnten für den Mann gesichert werden.

Der Rest war aufgrund der Verfallsfristen bereits verjährt. Die AK forderte, kurze Verfallsfristen von unter drei Jahren zu verlängern und darüber hinaus noch einen 100-prozentigen Strafzuschlag für nicht bezahlte Über- und Mehrstunden einzuführen. Nach Schätzungen der Organisation bliebe fast jede siebente der insgesamt 43 Millionen geleisteten Überstunden in Oberösterreich im Jahr 2019 unbezahlt.

Der Vorgesetzte gab übrigens an, man hätte eine All-In-Vereinbarung mit dem Arbeiter gehabt, wonach alle Überstunden und Zulagen im Lohn inkludiert gewesen wären. Laut AK habe der Mann aber gar keinen Dienstvertrag besessen.

Quelle: APA

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