Wirtschaft

Arbeitslosigkeit war zum Jahresausklang erneut rückläufig

Der Trend am Arbeitsmarkt hat auch im letzten Monat des Jahres 2017 angehalten: Die Zahl der Arbeitslosen ist gesunken. Inklusive AMS-Schulungsteilnehmern waren Ende Dezember 443.481 Personen auf Arbeitssuche, ein Rückgang von 5,9 Prozent. Nach nationaler Definition sank die Arbeitslosenquote um 0,9 Prozentpunkte auf 9,4 Prozent, gab das Sozialministerium am Dienstag bekannt.

Ende Dezember warten 443.481 Menschen auf Arbeitssuche SN/APA (dpa)/Jens Büttner
Ende Dezember warten 443.481 Menschen auf Arbeitssuche

Damit hat das Jahr 2017 dem Arbeitsmarkt nach fünf Jahren steigender Arbeitslosigkeit eine Trendwende gebracht.

"Weiter steigende Stellenmeldungen sowie alle vorliegende Prognosen lassen einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit über das ganze heurige Jahr erwarten", twitterte AMS-Chef Johannes Kopf am Dienstag.

In allen Bundesländern, großen Branchen sowie bei jung und alt fänden sich rückläufige Vorgemerktenzahlen, so Kopf.

AMS-Chef: Aktion 20.000 nicht mehr notwendig

AMS-Chef Johannes Kopf unterstützt übrigens die Streichung des Beschäftigungsbonus und der Aktion 20.000 durch die neue Bundesregierung, da diese Programme derzeit aufgrund des "enormen Beschäftigungswachstums" und der "brummenden Wirtschaft" nicht notwendig seien und anderweitig besser eingesetzt werden könnten. Denn zusätzliche Mittel für den Arbeitsmarkt werde es nicht geben.

Den starken Rückgang bei den Arbeitslosenzahlen von Jungen führt Kopf auch auf die demografische Entwicklung zurück, die bei den Alten genau umgekehrt wäre, wodurch es hier noch eine Stagnation gebe.

Er sei jedenfalls "überrascht" wie schnell der Mangel an Fachkräften sichtbar geworden sei.

Die Hoffnung, den Mangel durch Zuzug aus Osteuropa abzudecken, zerstreut Kopf - weil sich auch in diesen Ländern der Arbeitsmarkt deutlich gebessert habe.

Die Zahl der gemeldeten sofort verfügbaren offenen Arbeitsplätze lag Ende Dezember mit 54.818 um 31 Prozent über dem Vorjahreswert.

64.740 Personen befanden sich in Schulungen durch das Arbeitsmarktservice, ein Plus von 6,6 Prozent.

Einen deutlichen Anstieg gab es bei Ausländern in Schulungen (+20,8 Prozent) sowie Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten (+33,3 Prozent).

Besonders deutlich war der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen zwischen 15 und 24: In dieser Altersgruppe verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 17,2 Prozent.

Die Zahl der Lehrstellensuchenden ist um 3,7 Prozent zurückgegangen, während der Bestand an gemeldeten offenen Lehrstellen um mehr als ein Viertel (26 Prozent) zugenommen hat.

Dennoch stehen damit für 6.340 Suchende nur 4.273 betriebliche Lehrstellen, die dem AMS gemeldet wurden, zur Verfügung. Ein Überhang an freien Lehrplätzen besteht lediglich in Tirol, Salzburg und Oberösterreich.

Zwar hat sich die Zahl der Arbeitslosen auch bei den Älteren reduziert, allerdings nur um 2 Prozent. Schwieriger als für andere Gruppen, sich erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren, war es auch für Ausländer (-3,9 Prozent), Langzeitarbeitslose (-4,4 Prozent) sowie behinderte Personen (-0,8 Prozent).

Männer (-8,3 Prozent) profitierten zum Jahresausklang etwas mehr von der Erholung am Arbeitsmarkt als Frauen (-6,8 Prozent), Inländer (-9,4 Prozent) mehr als Ausländer (-3,9 Prozent).

Vor allem unter den über 50-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit bei Männern (-3,0 Prozent) stärker zurückgegangen als bei Frauen (-0,1 Prozent).

Quelle: APA

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