Wirtschaft

Asfinag-Vorstand Schierhackl verlässt Unternehmen

Erst Vorwürfe der sexuellen Belästigung einer Mitarbeiterin, dann Querelen um ein geschenktes Haus: Asfinag-Chef Klaus Schierhackl räumt nun seinen Posten.

Klaus Schierhackl. SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Klaus Schierhackl.

Der langjährige Asfinag-Vorstandsdirektor Klaus Schierhackl verlässt das Unternehmen Ende Jänner. Das wurde den Mitarbeitern heute in einem internen Schreiben mitgeteilt. Durch den Abgang soll in den staatseigenen Autobahnkonzern wieder Ruhe einkehren. Ein Sprecher der Asfinag bestätigte den Rückzug gegenüber den SN. Schierhackl solle laut Informationen des Aufsichtsrats bis Ende des ersten Quartals nachbesetzt werden, ein Auswahlprozess werde gestartet. Der Posten von Asfinag-Vorständin Karin Zipperer, die wegen Problemen in der Zusammenarbeit mit Schierhackl im November ihren Austritt aus dem Unternehmen angekündigt hatte, werde mit Anfang Februar nachbesetzt.

"Die Aufgabe des Aufsichtsrats ist es nunmehr, die Vorstandsebene neu aufzustellen und das Unternehmen damit in ein ruhiges Fahrwasser zu führen", heißt es in einem internen Schreiben von Aufsichtsrat Peter Franzmayr. Auch Schierhackl selbst nimmt in dem Brief Stellung. Die öffentliche Diskussion um seine Person habe die Führung der Asfinag erschwert. "Ich habe über viele Jahre erfolgreich Verantwortung für die Asfinag getragen. Ich muss heute erkennen, dass die öffentliche Diskussion rund um meine Person eine gedeihliche Fortsetzung dieser Tätigkeit erheblich erschwert. Mit meinem Rückzug möchte ich einen Neubeginn im Unternehmen ermöglichen", schreibt er.

Schierhackl nahm Haus als Geschenk an

Vor einigen Wochen wehrte sich Klaus Schierhackl, der Vorstand des staatlichen Autobahnbetreibers Asfinag, gegen Vorwürfe der sexuellen Belästigung. Er soll 2014 eine Mitarbeiterin mit einer anstößigen Bemerkung belästigt haben. Kurz vor Weihnachten stand er wegen einer anderen Causa im Fokus: Schierhackl hat von jener Frau, die der Asfinag in der Wiener Innenstadt Büros vermietet, ein Haus in Marchegg im Wert von 1,3 Millionen Euro geschenkt bekommen. Für Schierhackl war dabei alles in Ordnung. Das ganze sei Privatsache, erklärte er im Vorjahr. Er sei mit der Frau gut befreundet, man feiere sogar den Heiligen Abend gemeinsam.

Die Untersuchungskommission der Asfinag, die bereits den Vorwurf der sexuellen Belästigung prüfte, sah sich daraufhin auch die Haus-Schenkung näher an. Die Untersuchung werde auf allgemeine Compliance und Governance-Themen ausgeweitet, hieß es damals vom Asfinag-Aufsichtsrat.

Quelle: SN

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