Wirtschaft

AUA führt Kurzarbeit ein und streicht den Flugplan zusammen

Weil wegen des Coronavirus zahlreiche Flüge gestrichen wurden, wird die AUA Kurzarbeit einführen.

Der Vorstand der AUA-Mutter Lufthansa hat beschlossen, die angebotene Flugkapazität noch stärker als bisher geplant zu verringern. SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Der Vorstand der AUA-Mutter Lufthansa hat beschlossen, die angebotene Flugkapazität noch stärker als bisher geplant zu verringern.

Die wegen des Coronavirus eingebrochene Reiselust zwingt Fluggesellschaften zu immer drastischeren Maßnahmen. Am Freitag hat die AUA Kurzarbeit für alle 7000 Mitarbeiter angemeldet, bestätigte Unternehmenssprecher Peter Thier auf Anfrage. Details würden in den nächsten zwei Wochen mit dem Betriebsrat erarbeitet. In Kraft treten soll die Maßnahme frühestens mit 1. April.

Diese drastische Maßnahme hängt mit geplanten weiteren Streichungen im Flugplan zusammen. Am Freitag hat die AUA-Mutter beschlossen, ihren ohnehin schon zurückgestutzten Flugplan noch einmal zusammenzustreichen. In den nächsten Wochen will die Lufthansa das gesamte Angebot auf bis zu 50 Prozent reduzieren.

Vor einer Woche erst hatte man das Angebot um bis zu 25 Prozent zurückgefahren. Auch die AUA plant, weitere Flüge aus dem Angebot zu nehmen und damit Kosten zu sparen. Parallel mit der Mutter hatte die AUA ihr Angebot zuletzt um ein Viertel reduziert. Zusätzliche Streichungen sind bei der AUA nicht ausgeschlossen. Von 80 AUA-Flugzeugen stehen derzeit 14 Maschinen Coronavirusbedingt am Boden und es könnten noch mehr werden, sagte AUA-Chef AUA-Chef Alexis von Hoensbroech im "Morgenjournal" des ORF-Radio am Samstag.

Das Virus belastet auch das Ergebnis der beiden Airlines. In welchem Ausmaß, das ist noch offen, Zahlen soll es bei der Bilanzpressekonferenz am 19. März geben. Schon jetzt steht aber fest, dass Einnahmenausfälle nicht mehr einzuholen sind und das Jahresergebnis belasten werden.

Regierung macht Mittel für Kurzarbeit frei

Die Bundesregierung ist bezogen auf die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus um Beruhigung bemüht. Die gesamte wirtschaftliche Entwicklung Österreichs sei stabil, einzelnen betroffenen Branchen - Luftfahrt, Tourismus, Holzindustrie in Kärnten - will man aber helfen, betonten Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck und Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) am Samstag.

Hier sei das Modell der Kurzarbeit bewährt, betonten die Politikerinnen. Am Dienstag trifft sich der AMS-Verwaltungsrat um über das konkrete weitere Vorgehen zu beraten. Derzeit ist der Topf für Kurzarbeit 20 Millionen Euro schwer. Dieser dürfte aber erhöht werden.

"Ungeachtet des weiteren Prozederes - was, wann, wie viel - werden wir als Bundesregierung geschlossen mit den Sozialpartnern alles dafür tun, dass Arbeitsplätze bei der AUA gesichert bleiben und es zu keinen kündigen kommt", sagte Aschbacher. "Die Kurzarbeit ist ein Modell, das sich in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten bewährt hat und Arbeitsplätze in Österreich sichert."

Die Ausgestaltung bei der AUA sei aber noch offen, daher seien auch die Kosten noch offen. Andere Anträge gebe es bisher noch nicht. Die Bundesregierung werde jedenfalls für die notwendigen Mittel sorgen, so Aschbacher.

Schramböck nimmt Banken in die Pflicht

"Wir sind auf verschiedene Szenarien vorbereitet", sagte Schramböck. Vorsorge sei besser als Nachsorge. "Unsicherheiten sind Gift für die Unternehmen." Die Wirtschaftsministerin will auch mit den heimischen Banken das Gespräch suchen. "Sie sind aufgefordert, Kredite nicht frühzeitig fällig zu stellen." Die Situation werde insgesamt gemeistert werden und vorübergehen, beruhigte Schramböck.

Bereits zuvor hatte die Bundesregierung angekündigt, Haftungen für bis zu 100 Mill. Euro an Krediten für Hotels zu übernehmen, die wegen des Virus SARS-CoV-2 mehr als 15 Prozent an Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Dazu gibt es 10 Mio. Euro schwere Garantien für KMU die über das aws abrufbar sind.

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