Wirtschaft

AUA trotz Kriegs in der Ukraine vorsichtig optimistisch

Die AUA ist für 2022 vorsichtig optimistisch. Zuletzt sei man von den Buchungszahlen für den Sommer "schon fast euphorisiert" gewesen, wenn auch die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine noch nicht abgeschätzt werden können. Der geplante Personalabbau ist weit fortgeschritten und sollte ohne Kündigungswelle abgeschlossen werden, sagten die Vorstände Michael Trestl und Francesco Sciortino am Donnerstag bei der Präsentation der Jahresbilanz.

AUA machte 2021 hohe Verluste SN/APA/THEMENBILD/HELMUT FOHRINGER
AUA machte 2021 hohe Verluste

Bisher hat die AUA knapp 1.200 Stellen abgebaut, Ziel war ursprünglich eine Reduktion um 1.350 Vollzeitstellen, wobei der Abbaubedarf inzwischen geringer sein könnte. Inzwischen gebe es in einzelnen Bereichen, etwa beim Kabinenpersonal, Engpässe, sodass "eine dreistellige Anzahl" von Kabinenmitarbeitern aufgenommen wird. Kurzarbeit sei in einigen Bereichen weiter sehr hilfreich, werde aber laufend evaluiert.

Die Umfliegung des russischen Luftraumes verlängere Flüge nach Asien um eine Stunde, was mehr Treibstoff koste. Außerdem drohten Engpässe im Luftraum über der Türkei, weil dies für EU-Carrier die meistgenutzt Ausweichroute ist. Trestl beklagte weitere Kostennachteile im internationalen Wettbewerb durch das Programm Fit for 55 der EU mit ETS-Zertifikaten, Treibstoffbesteuerung und CO2-Besteuerung. Fluglinien am Golf oder in Großbritannien seien davon nicht betroffen. Dazu kämen noch steigende Treibstoffpreise. Angesichts der Vierfachbelastung sollte der Politik klar sein, welche Tragweite sich für die Standortattraktivität, die Anbindung Österreichs und Europas an die Welt und die Wettbewerbsfähigkeit ergebe. In Summe sollte man eine - zumindest vorübergehende - Aussetzung oder Verschiebung der CO2-Steuer erwägen, wünscht sich Trestl.

Österreich sei auch das einzige Land in Europa, wo an Bord eine FFP2-Maskenpflicht herrscht und wo bei der Landung eine Covid-Kontrolle vorgeschrieben sei, sagte Sciortino. Das bereite mit Blick auf den Sommertourismus Kopfzerbrechen.

Im Sommer sollen alle noch verbliebenen 61 Flieger eingesetzt werden. Die AUA will zwar bei "Dumpingpreisen", die für einen Flug nach Spanien oder Italien "billiger sind als ein Kebap", nicht mitmachen, werde aber angesichts der Konkurrenz in Wien doch auch mit günstigen Tickets werben, so Trestl. Auf der Kurzstrecke sieht die AUA dabei weniger Möglichkeiten, die Ticketpreise zu erhöhen, auf der Langstrecke müsse aber der hohe Anteil der Treibstoffpreise an den Gesamtkosten bedacht werden, sonst wäre die lange Strecke nicht mehr wirtschaftlich darstellbar so Trestl.

Die Liquidität sei "auf solidem Niveau", was die schrittweise Rückzahlung des staatsgarantierten Kredits ermöglichen und den Fortbestand der Airline sichern sollte, so Trestl. Die AUA hat bisher 60 Mio. des 300 Mio. Euro schweren staatlich garantierten Kredits zurückgezahlt.

Im vergangenen, zweiten Coronajahr 2021, gab es mit 264 Mio. Euro Verlust weiter tiefrote Zahlen, die Verringerung gegenüber 2020 ist da nur ein schwacher Trost. Der Umsatz stieg 2021 von 460 auf 743 Mio. Euro, lag damit aber immer noch bei einem Drittel des Vorkrisenniveaus von 2,1 Mrd. Euro. Das gleiche Bild zeigt sich bei den Passagierzahlen, die von 3,1 auf 5 Mio. zulegten, was aber auch nur einem Drittel des Vorkrisenniveaus von 14,7 Millionen entsprach. Die Auslastung im Gesamtjahr war mit 61,9 Prozent ident zu jener 2020 und um 18,9 Prozentpunkte geringer als 2019 (80,8%).

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