Wirtschaft

Auch Staatsunternehmen zahlen Frauen weniger als Männern

Nur jeder fünfte Vorstandsposten ist von einer Frau besetzt. In den Aufsichtsräten ist die gesetzliche 30-Prozent-Quote erreicht. Am besten verdient der Vorstand der Post, berichtet der Rechnungshof.

 SN/APA (dpa)/Tobias Kleinschmidt

Alle zwei Jahre veröffentlicht der Rechnungshof einen Bericht zu den Einkommen in den Staatsbetrieben. Wie aus dem am Freitag vorgelegten Report zu 2017 und 2018 hervorgeht, wird in den Aufsichtsräten zwar die gesetzlich vorgeschriebene Quote von 30 Prozent Frauen mittlerweile überschritten - 2018 waren 31,4 Prozent der Posten weiblich. In den Führungsetagen überwiegen mit knapp 78,4 Prozent aber weiter die Männer. Dazu kommt, dass die Einkommen von Vorständinnen bzw. Geschäftsführerinnen 2018 mit durchschnittlich 180.285 Euro um ein Fünftel niedriger waren als jene der männlichen Kollegen (227.179 Euro). Der Abstand war aber etwas geringer als noch 2017.

Weibliche Aufsichtsratsmitglieder erhielten im Durchschnitt 4580 Euro und somit 83,5 Prozent der durchschnittlichen Vergütung ihrer männlichen Kollegen. Allerdings war das ein Rückgang im Vergleich zu 2016, als es noch 93,9 Prozent waren.

Wie viel die Chefs verdienen

Im Durchschnitt verdienten Vorstände bzw. Geschäftsführer 2018 in öffentlichen Unternehmen und Institutionen 218.300 Euro im Jahr - ein Plus von 3,2 Prozent gegenüber 2017. Die Beschäftigten erzielten über alle Branchen hinweg ein durchschnittliches Einkommen von 55.200 Euro (plus 2 Prozent ), also rund ein Viertel der Führungskräfte. Am besten bezahlt sind die Beschäftigten in Finanzinstitutionen wie der Oesterreichischen Nationalbank, Sozialversicherungen und Pensionskassen sowie Austria Wirtschaftsservice, wo die leitenden Mitarbeiter im Vorjahr im Durchschnitt 88.400 Euro verdienten.

 SN/apa

Die bestbezahlten Manager fanden sich erneut in der Österreichischen Post und im Stromkonzern Verbund. Die je vier Vorstandsmitglieder der beiden börsenotierten Unternehmen erhielten 2018 im Durchschnitt pro Person 1,85 bzw 1,43 Mill. Euro im Jahr. Die Hälfte der Summe war allerdings erfolgsabhängig. Auf Platz drei aufgeschlossen haben die beiden Vorstände der ÖBB-Holding. Sie kamen im Vorjahr auf durchschnittlich 633.000 Euro pro Kopf, wovon 40 Prozent erfolgsabhängig waren. Dahinter folgten 2018 die Manager der Banken-Abwicklungsgesellschaften der Volksbanken und Hypo mit rund 500.000 Euro im Jahr.

Der Rechnungshof setzt die Gehälter in den staatsnahen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen in Relation zum Gehalt des Bundeskanzlers von 306.452 Euro. 2018 verdienten 54 Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer in 22 Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen mehr als der Bundeskanzler.

Für 2018 wurden bei 427 Unternehmen und Einrichtungen, die der Kontrolle des Bundes unterliegen die Daten zu 238.916 Beschäftigten, 1754 Aufsichtsratsmitgliedern und 637 Vorständen bzw. Geschäftsführungen erhoben. 24.476 ehemalige Manager oder Mitarbeiter hatten im Vorjahr Pensionsansprüche, die mit 544 Millionen Euro zu Buche schlugen.

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