Wirtschaft

Auf den Rekord folgt die Delle

Coronavirus wird bei Palfinger 2020 voraussichtlich das Geschäft dämpfen.

Der Kranhersteller Palfinger hat 2019 wichtige Kennzahlen in luftige Höhen gehoben, aber das Jahr 2020 beginnt holprig.  SN/palfinger
Der Kranhersteller Palfinger hat 2019 wichtige Kennzahlen in luftige Höhen gehoben, aber das Jahr 2020 beginnt holprig.

Der Salzburger Kranhersteller Palfinger bekommt über seinen Produktionsstandort Rudong bei Schanghai die Auswirkungen des Coronavirus zu spüren. In dem Werk, das Palfinger gemeinsam mit einem chinesischen Partner betreibt, ist die Produktion praktisch zum Erliegen gekommen. Das ist ein Grund für die aktuelle Gewinnwarnung des Unternehmens. Am Mittwoch berichtete Palfinger-Chef Andreas Klauser einerseits von Rekordmarken bei Umsatz, Betriebserfolg (Ebit) und Konzernergebnis im Geschäftsjahr 2019 - und warnte zugleich vor einer "Delle" in den ersten Monaten 2020. Die Profitabilität im ersten Quartal werde voraussichtlich "deutlich unter dem hervorragenden Niveau" des Vergleichszeitraums 2019 liegen, erklärte Klauser. Das dürfte sich auf das ganze erste Halbjahr auswirken. Außer einer abgeschwächten Konjunktur weltweit und Verschiebungen im Produktmix dürften auch die Auswirkungen des Coronavirus Spuren in der Bilanz hinterlassen.

Wegen des verhängten Reisestopps in China und strenger Quarantäne-Vorschriften könnten derzeit nur etwa 130 der knapp 480 Mitarbeiter das Werk in Rudong betreten, sagte Vorstand Martin Zehnder. Auch Transporte könnten nicht mehr durchgeführt werden, "es darf kein Transport hinein und kein Transport heraus". Die Kommunikation mit den Mitarbeitern sei nur noch in elektronischer Form möglich. Das 50:50-Joint-Venture sei in der Bilanz nicht voll konsolidiert, wirke sich aber auf das Ergebnis aus, sagte Finanzvorstand Felix Strohbichler. Im Geschäftsjahr 2019 steigerte die Palfinger-Gruppe den Umsatz um 8,6 Prozent auf 1,75 Milliarden Euro, das Ebit stieg um 17,4 Prozent auf 149 Millionen Euro, während das Konzernergebnis auf 80 Millionen Euro (+38,1 Prozent) kletterte. Der Vorstand kündigte eine Erhöhung der Dividende von 51 auf 71 Cent je Aktie an. Die Nachfrage in wichtigen Märkten habe sich verbessert, im Bereich "Sea" sei die Trendwende gelungen.

Trotz Gewinnwarnung rechnet Palfinger mit einem "soliden Geschäftsjahr 2020". Hoffnungen liegen etwa auf Lateinamerika, wo Palfinger unlängst die Mehrheit an einem argentinischen Unternehmen erworben hat. Zudem setzt man auf den dynamischen Markt bei Kreuzfahrtschiffen in China, wo Palfinger die Rettungsausrüstung beisteuert. An den mittelfristigen Zielen wie einer Umsatzsteigerung auf zwei Milliarden Euro bis zum Jahr 2022 hält man unverändert fest.

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