Österreich

Autohandel fand 2015 wieder in die Spur

Der heimische Fahrzeughandel hat sich im vergangenen Jahr und Anfang 2016 nach drei negativen Jahren wieder erholt. Ohne den Werkstätten- und Zubehörhandel machte die Branche 2015 einen Umsatz von 26,1 Mrd. Euro, ein nominelles Plus von 3,2 Prozent.

Autohandel fand 2015 wieder in die Spur SN/APA (AFP)/YONHAP
Hauptursachen: Gestiegene Nachfrage, mehr Vertrauen, höhere Einkommen.

Die Ökonomen der Bank Austria erwarten, dass der Aufschwung - getrieben von der gestiegenen Pkw-Nachfrage, verbessertem Konsumentenvertrauen, höheren Realeinkommen aufgrund der Steuerreform und günstiger Finanzierungsbedingungen - zumindest bis Herbst 2016 anhält. "Voraussichtlich wird der Autohandel das hohe Wachstumstempo der ersten Monate im weiteren Jahresverlauf nicht halten können und muss spätestens 2017 wieder mit einer leichten Abkühlung des Fahrzeugabsatzes rechnen", so das Institut am Dienstag in einer Aussendung.

Während die Umsätze zuletzt wieder etwas anzogen, steht es um die Ertragslage der Autohändler schlecht. Die Umsatzrentabilität ist von durchschnittlich 1,7 Prozent im Jahr 2011 auf 1 Prozent 2015 zurückgegangen. "Verantwortlich dafür waren in erster Linie die rückläufigen Absatz- und Umsatzzahlen, die den Konkurrenz- und Preisdruck verschärften und in weiterer Folge die Händlermargen vor allem im Neuwagensegment unter Druck brachten", erläutert Bank-Austria-Ökonom Günter Wolf.

Die stark gestiegenen Tages- und Kurzzulassungen seien ein Indikator dafür, dass sich die Kluft zwischen neu zugelassenen und tatsächlich zu Neuwagenkonditionen verkauften Autos erheblich verbreitert habe. 2015 wurden 41 Prozent aller neu registrierten Pkw in Österreich innerhalb von 60 Tagen wieder abgemeldet, mehr als doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Erst die Erholung des Automarktes 2016 lasse zumindest einen Stopp der Ertragserosion bei den Kfz-Händlern erwarten. Im ersten Halbjahr 2016 ist die Zahl der Tageszulassungen um ein Fünftel gesunken.

Mit 550 Autos pro 1.000 Einwohner ist der Motorisierungsgrad hierzulande höher als im europäischen Vergleich (500 Pkw pro 1.000 Einwohner). Auch sind die Fahrzeugflotten der Österreicher mit 7,9 Jahren pro Auto jünger als in anderen Ländern. Zwar werde der Pkw-Bestand in Österreich weiter wachsen, die Wachstumsraten würden aber unter jenen der vergangenen 15 Jahre bleiben, prognostiziert Wolf.

Während die reine Anschaffung eines Autos in den vergangenen zehn Jahren leicht um 0,4 Prozent günstiger geworden ist, sind die Instandhaltungs- und Reparaturkosten seit 2005 um 42 Prozent gestiegen. Die Treibstoffpreise sind in diesem Zeitraum um 19 Prozent gestiegen. Im europäischen Vergleich müssen österreichische Autobesitzer auch für Kfz-Reparaturen und Serviceleistungen tiefer in die Tasche greifen. "Von 2013 bis 2015 legten die Preise für Kfz-Werkstattleistungen in Österreich um durchschnittlich 3,1 Prozent im Jahr zu, im ersten Halbjahr 2016 um weitere 3,2 Prozent. In derselben Periode wurden die Leistungen im EU-Schnitt nur um durchschnittlich 1,7 Prozent teurer", so Bank-Austria-Ökonom Wolf.

Quelle: APA

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