Österreich

Beschäftigungsbonus: Experten bezweifeln Regierungsprognose

Wifo und IHS haben Zweifel an der Ankündigung von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), dass der von der Regierung beschlossene Beschäftigungsbonus bis zu 160.000 Jobs schaffen könne. "Das ist sehr sehr optimistisch", waren sich beide Institute heute im "Ö1-Mittagsjournal" einig. "Das ist eine sehr, sehr, sehr optimistische Erwartungshaltung", so ein Wifo-Experte auch im "Kurier".

Vikzekanzler Mitterlehner rechnet mit bis zu 160.000 Jobs.  SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Vikzekanzler Mitterlehner rechnet mit bis zu 160.000 Jobs.

Es wäre ohnehin in vielen Fällen zu Neuanstellungen gekommen, außerdem sei der Beschäftigungsbonus im Umfang von 2 Mrd. Euro keine Lohnnebenkostensenkung, sondern eine Förderung, hieß es im Radiobeitrag. Dass sich die 2 Mrd. Euro von selbst finanzieren, wie ebenfalls von Mitterlehner angekündigt, glauben Wifo und IHS ebenfalls nicht - einen Teil werde der Steuerzahler übernehmen, so die Experten.

"Das ist eine sehr, sehr, sehr optimistische Erwartungshaltung", zitiert der "Kurier" in seiner Mittwochausgabe den Wifo-Arbeitsmarktexperten Rainer Eppel. Dieser sieht die neue Förderung nicht grundsätzlich negativ: "Aus meiner Sicht kann der Beschäftigungsbonus dazu beitragen, dass sich die Stimmung der Unternehmen verbessert und zusätzliche Jobs geschaffen werden, indem der Faktor Arbeit billiger gemacht wird", so Eppel.

Zwei Faktoren würden aber die potenzielle Wirkung schmälern. So würden damit auch Neueinstellungen gefördert werden, die es auch ohne Senkung der Lohnnebenkosten gegeben hätte. Eppel kritisiert zudem, dass der Bonus nur eine isolierte Einzelmaßnahme sei. "Wirksamer wäre es, den Faktor Arbeit grundlegend und dauerhaft im Zuge einer Steuer- und Abgabenstrukturreform zu entlasten", so Eppel. Das heiße, die Regierung sollte die Lohnnebenkosten generell senken. So werde wieder einmal nur "an einer einzelnen Schraube gedreht".

Quelle: APA

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