Österreich

Bessere Zahlungsmoral in Österreich, aber höhere Forderungen

Die Zahlungsmoral der Österreicher hat sich gebessert. Zwischen Juni 2015 und Juli 2016 wurden weniger Rechnungen an Inkassobüros übergeben.

Bessere Zahlungsmoral in Österreich, aber höhere Forderungen SN/APA (Jens Schierenbeck)/Jens Sch
Im letzten Jahr wurden weniger Rechnungen an Inkassobüros übergeben.

Im Beobachtungszeitraum Juli 2015 bis Juli 2016 wurden im Vergleich zum Vorjahr weniger Rechnungen an Inkassobüros übergeben, die durchschnittliche Forderungshöhe ist jedoch gestiegen, so das Ergebnis einer Erhebung der Wirtschaftsauskunftei CRIF Österreich.

Im Beobachtungszeitraum wurde bei 1,43 Prozent der Österreicher eine Inkassomeldung neu eröffnet, nach 1,78 Prozent im Jahr davor. Zugleich ist die durchschnittliche Forderungshöhe um rund 15 Prozent von rund 355 auf rund 405 Euro gestiegen. Dies sei noch immer relativ niedrig, so Boris Recsey, Geschäftsführer von CRIF Österreich am Montag in einer Presseaussendung. Mahnungen oder Zahlungsverzögerungen sind in die Untersuchung nicht eingeflossen.

Im Durchschnitt wurden 5,5 Prozent (Vorjahr: 7 Prozent) der Inkassomeldungen innerhalb von 30 Tagen beglichen, 12 (14) Prozent der offenen Forderungen wurden zwischen 31 und 90 Tagen bezahlt.

Wie bereits im Vorjahr, verfügen die Burgenländer über die beste Zahlungsmoral, gefolgt von den Tirolern und Niederösterreichern. Die Wiener bilden das Schlusslicht. Im Vergleich zum Burgenland haben hier rund doppelt so viele Konsumenten Inkassomeldungen.

Was die Forderungshöhen angeht, schneidet Niederösterreich am besten ab. Hier kommt die durchschnittliche Inkassomeldung auf rund 390 Euro. Dahinter folgen Kärnten (394 Euro) und Wien (395 Euro). Den letzten Platz belegt Tirol mit 429 Euro an offenen Forderungen. Insgesamt gab es - mit Ausnahme von Wien - in allen Bundesländern deutliche Steigerungen.

Frauen haben insgesamt deutlich niedrigere Zahlungsrückstände als Männer. Die durchschnittliche Forderungshöhe bei Männern ist mit rund 478 Euro um knapp ein Drittel höher als bei Frauen mit rund 333 Euro. Bei den Männern wuchs die Schuldenhöhe um 18 Prozent, bei Frauen um 9 Prozent.

Junge Menschen sind laut der Erhebung viel öfter von Überschuldung betroffen als ältere. In der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen gibt es 14-mal so viele Personen mit offenen Forderungen wie in der Altersgruppe der 80- bis 84-Jährigen. Das sei wenig überraschend, denn das Einkommen der jüngeren Menschen sei vergleichsweise niedrig, das Konsumbedürfnis aber sehr hoch, so Recsey. Die jüngeren und älteren Personen haben allerdings auch die niedrigste Forderungshöhe.

Quelle: APA

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