Wirtschaft

Blümel: Finanzministerium stellt weitere zwei Milliarden Euro zur Verfügung

Finanzminister Gernot Blümel präsentierte am Montagvormittag Maßnahmen gegen die durch das Coronavirus drohende Wirtschaftskrise. Unter anderem werden weitere zwei Milliarden Euro für Kredite zur Verfügung stehen. Der Zahlungsverkehr für die österreichische Bevölkerung sei gesichert.

OeNB-Vizegouverneur Gottfried Haber, Nationalbank-Gouverneur Robert Holzmann, Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) und der Obmann der Bankensparte, Andreas Treichl, präsentierten am Montag finanzielle Maßnahmen gegen die Coronakrise. SN/APA/HELMUT FOHRINGER
OeNB-Vizegouverneur Gottfried Haber, Nationalbank-Gouverneur Robert Holzmann, Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) und der Obmann der Bankensparte, Andreas Treichl, präsentierten am Montag finanzielle Maßnahmen gegen die Coronakrise.

Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) stellte bei der Pressekonferenz am Montag klar: "Wir leben in einer Ausnahmesituation. Das betrifft nicht nur jeden Einzelnen, sondern auch unser Wirtschaftsleben." Das Hilfspaket mit bis zu vier Milliarden Euro, das bereits beschlossen wurde, solle die Gesundheit der Bevölkerung sichern, aber auch die Arbeitsplätze, damit die Menschen ihre Fixkosten wie Miete und Lebensmittel bezahlen könnten.

Darüber hinaus wird das Finanzministerium weitere zwei Milliarden Euro für Kredite zur Verfügung stellen. Von überbordenden bürokratischen Maßnahmen solle nun abgesehen werden. Spätestens ab Montag solle auf dieses Geld zugegriffen werden können, kündigte Blümel an. Dies sei ein "schnelles, klares Zeichen" für die österreichischen Unternehmerinnen und Unternehmen und für die Wirtschaft als Ganzes, sagt der Finanzminister. "Es trifft nicht nur einzelne Branchen, sondern es trifft alle, daher ist es wichtig, dass wir alle einen Beitrag leisten."

Der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, Robert Holzmann, versicherte: "Die Oesterreichische Nationalbank hat genug Reserven, um die Bevölkerung mit Bargeld zu versorgen." Dass die Bürgerinnen und Bürger in der letzten Zeit vermehrt Bargeld abgehoben hätten - doppelt bis dreifach so viel wie üblich -, halte er für verständlich, aber nicht für notwendig. Es gebe 9000 Bargeldautomaten in Österreich. Diese würden täglich befüllt werden. Auch die Konten seien sicher. Vizegouverneur Gottfried Haber sagte: "Österreichs Finanzmarkt ist stabil."

Andreas Treichl, Obmann der Bundessparte Bank und Versicherung, betonte, dass sie für die finanzielle Gesundheit der österreichischen Bevölkerung sorgen würden: "Wir müssen damit rechnen, dass es eine Weile dauert. Wir werden alle Maßnahmen setzen, die österreichischen Unternehmen durch diese Krise zu bringen."

Regierung rechnet mit massivem Defizit

Auf die Frage, wie hoch das Defizit sein werde, antwortete Finanzminister Blümel: "Das kann man derzeit noch nicht sagen." Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) rechnet wegen der Coronakrise ohnehin mit einem "massiven Defizit", wie er Sonntagabend in der Sonder-"ZiB" sagte. Das werde aber notwendig sein, damit "die Unternehmen überleben und die Arbeitnehmer, überall dort, wo es möglich ist, ihre Jobs nicht verlieren". Vizekanzler Werner Kogler (G) sicherte der Wirtschaft über die vier Milliarden Euro hinaus weitere Unterstützung zu.

Vielen Unternehmen würde zum Teil die Geschäftsgrundlage wegbrechen, und Arbeitnehmer hätten weiter ihre Lebenserhaltungskosten und auch Mieten zu tragen. Es sei "gut gewesen", dass man im vergangenen Jahr einen Überschuss erwirtschaftet habe, so Kurz: "Jetzt brauchen wir das Geld dringend", stellte Kurz fest. Man müsse unbedingt verhindern, dass zu viele Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren, merkte Kogler an.

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