Wirtschaft

Brauereien verlieren ihren halben Bierumsatz mit Wirten

Die Brauereien haben am Mittwoch Alarm geschlagen: Das wichtige Geschäft mit Wirten, Hotels und Veranstaltungen bricht weiter ein. Seit am Montag die Corona-Maßnahmen wieder verschärft wurden, sind die Vorhersagen für die nächsten Monate für die Branche trist. "Wir blicken einem äußerst kritischen Herbst sowie Winter entgegen und erwarten Umsatzrückgänge von bis zu 50 Prozent", erklärte Brauereiverbandschef Sigi Menz am Mittwoch.

Die Bierbrauer fordern weitere Corona-Hilfen SN/APA (dpa)/Christian Charisius
Die Bierbrauer fordern weitere Corona-Hilfen

"Nicht nur eine mögliche zweite Corona-Welle bereitet uns Sorgen. Auch eine große Schließ-Welle von Gastronomiebetrieben, Hotels und weiteren Dienstleistern, die nun endgültig nicht mehr über die Runden kommen", fürchtet Menz.

Vom Staat wollen die Brauereien - neben der bereits angekündigten Verlängerung der Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie - Unterstützung: Die Brauer fordern lauter denn je eine Senkung der Biersteuer.

Die behördlichen Corona-Maßnahmen sind angesichts steigender Infektionszahlen wieder strenger geworden. Ausweitung der Maskenpflicht, Schließung des Barbetriebes, Begrenzung von Sitzplätzen pro Tisch und vorverlegte Sperrstunden im Westen bringen laut Brauereiverband abermals schwere Auswirkungen für die heimische Gastronomie mit sich, die direkt auch auf die Bierhersteller durchschlagen. Einer aktuellen Mitglieder-Umfrage unter den Brauern zufolge werden durchschnittlich 35 bis 50 Prozent Umsatzeinbußen in der Gastronomie im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Totalausfälle, gerade auch im urbanen Bereich, seien nicht mehr wettzumachen. Für die kommenden Monate erwarte man weitere teils massive Umsatzrückgänge.

"Auch wenn der Sommer dank Gastronomieöffnung und teils lebendigem Tourismus verhältnismäßig gut für unsere Brauer war, sind die verlorenen Lockdown-Monate nicht mehr aufzuholen", sagte Menz. In Ballungszentren fehlten die Städtetouristen. Auf die Bücher der Brauer drückten auch eingeschränkte oder ganz abgesagte Veranstaltungen, von Fußballspielen über Kirtage bis zu Kulturevents. Und daran werde sich so schnell auch nichts ändern, fürchten die Brauer.

Österreich zählt weltweit zu den führenden Bierproduzenten. 2019 wurden in mehr als 300 Braustätten 9,5 Mio. hl Hektoliter abgefüllt.

Quelle: APA

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