Wirtschaft

British-Airways-Mutter IAG kauft Niki für 36,5 Millionen Euro

Die insolvente Fluggesellschaft Niki geht zu großen Teilen an die Muttergesellschaft von British Airways und Iberia sowie Vueling. Die International Airlines Group (IAG) bestätigte am Freitagabend, dass sie die österreichische ehemalige Air-Berlin-Tochter für 36,5 Mio. Euro übernehmen wird. Davon gehen 20 Millionen an die Gläubiger von Niki, 16,5 Mio. Euro bekommt die Airline als Finanzspritze.

Vueling-Verträge sind laut Experten nicht schlechter als bestehende SN/APA (AFP)/JOSEP LAGO
Vueling-Verträge sind laut Experten nicht schlechter als bestehende

Der neue Eigentümer bekommt dafür 15 Airbus-A320-Maschinen sowie Landerechte an den Flughäfen Wien, Düsseldorf, München, Palma de Mallorca und Zürich. Niki soll in dem spanischen Billigflieger Vueling aufgehen, der ebenfalls zu IAG gehört. 740 der rund 1.000 Niki-Mitarbeiter sollen übernommen werden.

Eigentlich wollte Insolvenzverwalter Lucas Flöther Niki an die deutsche AUA-Mutter Lufthansa verkaufen. Nach erheblichen Widerständen der EU-Wettbewerbshüter zog die deutsche Nummer eins aber ihr Angebot zurück und Niki musste Mitte Dezember Insolvenz anmelden.

Für drei Viertel der tausend Niki-Mitarbeiter gab es kurz vor dem Jahreswechsel nunn Grund zum Durchatmen. Der Kaufvertrag mit der britisch-spanischen IAG-Gruppe - zu der British Airways, Iberia, Vueling und Aer Lingus gehören - ist unterschrieben. Bis Ende Februar soll der Eigentümerwechsel vollzogen, das "Closing" erfolgt sein. Vueling übernimmt auch die Markenrechte von Niki. Die Zukunft von Niki sei gesichert, schrieb Insolvenzverwalter Lucas Flöther am Abend. Es ging um den Verkauf großer Teile des Geschäftsbetriebs.

Niki hatte am 13. Dezember Insolvenz angemeldet, nachdem ein Verkauf an die Lufthansa gescheitert war. Flöther hatte darauf hin einen Schnellverkauf - einen sogenannten "Fire Sale" - eingeleitet. "Damit ist es vermutlich zum ersten Mal gelungen, eine bereits gegroundete größere europäische Fluglinie an einen Investor zu verkaufen. Dies galt zuvor als unmöglich", so Flöther. Niki erhalte nun einen finanzstarken Partner mit einem langfristigen Fortführungskonzept.

Erwerber ist eine österreichische Tochtergesellschaft des spanischen Luftverkehrsunternehmens "Vueling Airlines S.A". Die Gesellschaft übernimmt die Niki-Markenrechte, alle Start- und Landerechte der Niki Luftfahrt GmbH sowie bis zu 15 Flugzeuge der Typen Airbus A320 und A321. Zudem plant der Erwerber, rund 740 der früheren Niki-Arbeitnehmer zum Betrieb der "neuen" Niki zu übernehmen, wie die Insolvenzverwaltung bestätigte.

Zusätzlich zum Kaufpreis werde Vueling einen Betrag in zweistelliger Euro-Millionenhöhe investieren, um damit ab Anfang Jänner 2018 die laufenden Betriebskosten von Niki zu decken, die trotz der derzeitigen Einstellung des Flugbetriebs tagtäglich anfallen. Dazu zählt auch die Entlohnung der Mitarbeiter, die der Käufer beschäftigen will. Der vorläufige Gläubigerausschuss von Niki hat dem Verkauf schon zugestimmt. Die EU-Kommission muss der Übertragung noch zustimmen.

Von der Gewerkschaft gab es am Abend Applaus für die Einigung über den Niki-Verkauf, wenngleich verhaltenen. Der Niki-Betriebsrat stellt sich schon einmal auf harte Verhandlungen ein.

"Die Entscheidung für den Verkauf von Niki an die IAG bringt für die leidgeprüften Beschäftigten eine Perspektive, die Grund für Optimismus gibt", erklärte GPA-Chef Wolfgang Katzian. "Unter allen Optionen ist die Entscheidung jene, die am meisten Arbeitsplätze sichern wird", kommentierte Katzian die aktuelle Entwicklung.

"Den Kollegen ist jede Lösung recht, die ihre Arbeitsplätze sichert und die Arbeitsbedingungen nicht verschlechtert. In diesem Sinne sind wir auf schwierige und konstruktive Verhandlungen vorbereitet", so Niki-Betriebsratschef Stefan Tankovits.

Quelle: APA

Mehr zum Thema

Aufgerufen am 24.09.2018 um 02:00 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/british-airways-mutter-iag-kauft-niki-fuer-36-5-millionen-euro-22310653

Kommentare

Schlagzeilen