Österreich

Bundesverwaltungsgericht verbietet Pistenbau in Schwechat

Die von den Flughafen-Betreibern herbeigesehnte dritte Piste in Schwechat ist für das Bundesverwaltungsgericht nicht genehmigungsfähig.

Durch eine dritte Piste würden die Treibhausgasemissionen ansteigen.  SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Durch eine dritte Piste würden die Treibhausgasemissionen ansteigen.

Eine ordentliche Revision hat der dreiköpfige Richtersenat "nach detaillierter Prüfung und Abwägung der öffentlichen Interessen" nicht zugelassen, teilte das BVwG mit.

Die Flughafen Wien AG will beim Verwaltungsgerichtshof gegen die Entscheidung vorgehen.

"Durch den Bau der dritten Piste am Flughafen Wien-Schwechat und dem damit erhöhten Flugverkehr würden die Treibhausgasemissionen Österreichs deutlich ansteigen", schrieb das Gericht Donnerstagabend.

Das öffentliche Interesse am Schutz vor den negativen Folgen des Klimawandels, insbesondere durch die hohe CO2-Belastung, wurde vom Gericht höher bewertet als die positiven öffentlichen, standortpolitischen und arbeitsmarktpolitischen Interessen an der Verwirklichung des Vorhabens samt dem zusätzlichen Bedarfs des Flughafens.

Eine hohe zusätzliche CO2-Belastung sei gegenüber den positiven Aspekten des Vorhabens nicht zu rechtfertigen.

Die Flughafen Wien AG kritisierte am Donnerstagabend das Nein des BVwG zur geplanten dritten Piste am Airport Wien-Schwechat. Allfällige bilanzielle Auswirkungen bzw. Wertanpassungen könnten jedoch erst auf Basis einer eingehenden Analyse der BVwG-Entscheidung und einer entsprechenden Bewertung der Konsequenzen getroffen werden, so der Flughafen.

Schon bei erster oberflächlicher Betrachtung sei die abweisende Entscheidung des Gerichts gegen die dritte Piste aus Sicht der Flughafen Wien AG "juristisch und sachlich unhaltbar und falsch" - und daher werde das Unternehmen gegen diese Entscheidung höchstgerichtlich außerordentliche Rechtsmittel einlegen und somit das Vorhaben selbstverständlich mit Nachdruck weiter verfolgen, wurde in einer Aussendung betont.

Die Guidance der Gesellschaft in Bezug auf die für 2016 von den Aktionären zu erwartende Dividende bleibe vollinhaltlich aufrecht, so der Flughafen am späten Donnerstagabend. Die Dividende für das abgelaufene Jahr 2016 werde deutlich - um rund ein Viertel als Zusatzprozentsatz - ansteigen, hatte der Vorstand heuer am 17. Jänner erklärt. Für das Jahr 2015 hatte der Airport die Dividende von 1,65 Euro auf 2 Euro je Aktie angehoben.

Quelle: APA

Aufgerufen am 24.09.2018 um 12:01 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/bundesverwaltungsgericht-verbietet-pistenbau-in-schwechat-386314

Schlagzeilen