Wirtschaft

Container wegen Coronavirus knapp, Luftfracht verspätet

Die heimischen Transporteure bekommen die Auswirkungen der Handelshemmnisse durch die Ausbreitung des Coronavirus immer mehr zu spüren. Insbesondere die mangelnden Kapazitäten in der Luftfracht, der Engpass bei Seecontainern und der lahmende Bustourismus schlagen durch. Die Taxler merken wiederum den auslassenden Kongresstourismus.

Aus China kommen kaum noch Container SN/APA (dpa/Archiv)/Christian Chari
Aus China kommen kaum noch Container

"Unsere Unternehmer sind nicht entspannt", so Alexander Klacska, Obmann der Transporteure in der WKÖ. Er verweist auf den "Baltic Dry Index", dieser bildet die Preise auf den 25 meistbefahrenen Schifffahrtsrouten der Welt ab. "In den letzten Wochen ist der Index deutlich gefallen und hat in den letzten Tagen seinen niedrigsten Stand seit vier Jahren erreicht", rechnet Klacska vor.

Aus China würden kaum noch Container kommen, was zu einem weiteren Problem führe: Es fehle der laufende Umschlag an Seecontainern, wodurch es hier regional zu Engpässen komme. Angedacht werde daher, drei Containerdepots in Österreich zu schaffen, worin Leercontainer gebunkert werden sollen, damit - wenn das Geschäft wieder anläuft - verschifft werden kann. "Durch diese Vorgangsweise entstehen natürlich Mehrkosten durch die Lagerung, aber auch ein exorbitanter Mehraufwand", so Klacska.

Fehlende Kapazitäten belasten auch die Luftfracht, hier machen sich die zahlreich gestrichenen Destinationen bemerkbar.

Die größten Sorgen bereite aber derzeit der Tourismus. Durch die Zurückhaltung bei Reisen sowie die zahlreichen gestrichenen Messen und Kongresse seien die Bus und Taxiunternehmen schwer getroffen. Wobei die Busbetreiber fürchten, dass geschlossene Schulen ihre Situation noch verschärfen könnten, so der Spartenobmann der Wirtschaftskammer. Dazu komme noch die schwierige Lage in Italien, das im Frühjahr ein beliebtes Ausflugsziel der Österreicher ist.

Dass sich die Lage für die Transportwirtschaft nicht rasch entspannen wird, darauf deutet eine aktuelle Aussendung des Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik in Österreich (BMÖ) hin. "COVID-19 stellt die Belastbarkeit eines tief vernetzten globalen Systems von Lieferketten auf eine harte Probe. Mit dem Coronavirus wurde erstmals ein globales Lieferkettenrisiko 'erzeugt'. Die Bedrohungen sind schwerwiegender als bei früheren Störungen", heißt es vom BMÖ.

Quelle: APA

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