Wirtschaft

Corona-Krise: Neue Lösung für Kurzarbeit - Tausende Anträge auf Arbeitslosigkeit

Am Montag hat das Arbeitsmarktservice (AMS) 16.000 Anträge auf Arbeitslosigkeit ausgegeben. Das berichtete AMS-Chef Johannes Kopf am Dienstag im Ö1-"Morgenjournal". "Wir gehen davon aus, dass diese Woche schon sehr hart wird", erklärte Kopf. Das AMS rechne damit, dass tausende Menschen arbeitslos werden. Gleichzeitig lobte er aber die neue Kurzarbeitsregelung als flexibler und sozialer.

Die Gastronomiebranche ruht derzeit komplett SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Die Gastronomiebranche ruht derzeit komplett

Trotz des Andrangs brauche niemand Sorgen zu haben, "auch wenn man bei uns nicht durchkommt". Das AMS werde erstmals auch rückwirkend Arbeitslosenanträge akzeptieren, "alle Ansprüche bleiben gewahrt". Menschen sollten trotzdem nicht persönlich hingehen. "Wir verstärken überall die Kapazitäten", versprach Kopf.

Dass die Arbeitslosigkeit jetzt besonders stark steigt, hänge auch damit zusammen, dass der Wintertourismus um ein Monat früher beendet wurde und im Gegensatz zu üblichen Montagen kaum jemand neu einen Job angetreten habe. Kopf geht davon aus, dass die von der Regierung für Kurzarbeit vorgesehenen 400 Mio. Euro jedenfalls für drei Monate reichen werden. Schließlich müssten Betroffene erst Urlaub nehmen und sollten Zeitguthaben abbauen.

Sollte die Krise länger dauern, ist er zuversichtlich, dass die Regierung auch die Mittel entsprechend aufstocken wird. Kurzarbeit habe den tollen Vorteil, dass man sofort wieder loslegen kann, wenn es Aufträge gibt. Für Unternehmen würden laufend neue Informationen auf die Homepage gestellt, neue Antragsformulare werde es realistischerweise morgen geben.

Damit mehr Unternehmen als bisher in der Corona-Krise eine Kurzarbeits-Lösung für ihre Mitarbeiter nutzen, ist ab sofort eine Kostenübernahme der Dienstgeberbeiträge schon ab dem ersten Monat statt erst ab dem vierten Monat möglich. Darauf haben sich Regierung und Sozialpartner geeinigt, wie Arbeitsministerin Christine Aschbacher und die Sozialpartner-Spitzen am Mittwoch mitteilten.

Damit sei das Soforthilfepaket zur Corona-Kurzarbeit noch attraktiver worden - und es gebe "keine Ausreden mehr für Unternehmen", so Wolfgang Katzian. "Bitte kündigen Sie niemanden, sondern melden Sie stattdessen Kurzarbeit an, um so Arbeitsplätze zu sichern", rief Aschbacher auf.

Bisher war eine Übernahme der Arbeitgeberbeiträge durch das AMS bei Kurzarbeit erst ab dem vierten Monat geplant, SPÖ-Sozialsprecher Baugewerkschaftschef Josef Muchitsch hatte sich schon vorige Woche für eine bessere Lösung stark gemacht. Es sollte die volle Unterstützungsleistung ab dem ersten Tag geben, nicht erst ab dem vierten Monat der Kurzarbeit, so seine Forderung von Samstag zum Krisenfonds der Regierung.

Mit der nun vergangene Nacht erreichten Einigung sei ein Paket geschnürt, das die größte finanzielle Unterstützung für Unternehmen sicherstellt, so Katzian am Dienstag in der gemeinsamen Aussendung: "Ich bin froh über diese Einigung - aus meiner Sicht gibt es jetzt gar keinen Grund mehr, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu kündigen."

Auch WKÖ-Präsident Harald Mahrer begrüßte die Nachbesserung: Mit den weiteren Erleichterungen sei die Corona-Kurzarbeit nun noch leichter für die Betriebe nutzbar, vor allem für die stark betroffene Tourismusbranche, die Gastronomie und den Handel. Das sei ein wichtiger Schritt zur Absicherung von Unternehmen und Arbeitsplätzen.

AK-Präsidentin Renate Anderl appellierte ebenfalls, das Modell zu nutzen: "Es wird einen Tag nach der Krise geben, dafür müssen wir bereits jetzt Vorsorge treffen, damit unser Land dann rasch wieder funktioniert."

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck erinnerte daran, dass mit dem am Wochenende vom Nationalrat beschlossenen Corona-Kurzarbeitsmodell 400 Mio. Euro zur Verfügung gestellt werden. Zugänglich sei das neue Modell für alle Unternehmen, unabhängig von Größe oder Branche.

Quelle: APA

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