Wirtschaft

Corona wirkt heuer preisdämpfend, 2021 ziehen Preise an

Die Nationalbank (OeNB) erwartet in ihrer jüngsten Inflationsprognose für Österreich im Jahr 2020 eine am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessene Inflationsrate von 1,4 Prozent, gefolgt von einem leichten Anstieg auf 1,7 Prozent im Jahr 2021. Nach der volatilen Entwicklung in den letzten Monaten werde die HVPI-Inflationsrate laut Inflationsprognose vom September 2020 im zweiten Halbjahr 2020 sukzessive abnehmen, teilte die Nationalbank am Dienstag mit.

Senkung der Schaumweinsteuer an Konsumenten weitergegeben SN/APA (Archiv/dpa)/Peter Endig
Senkung der Schaumweinsteuer an Konsumenten weitergegeben

Auf Basis von Preisdaten aus dem Online-Handel hat die OeNB berechnet, dass die Senkung der Schaumweinsteuer ab Anfang Juli nahezu vollständig an die Konsumenten weitergegeben wurde. Bei Online-Essensbestellungen hingegen habe die ebenfalls per Anfang Juli 2020 wirksame Mehrwertsteuersenkung bisher noch keinen Effekt auf die Verbraucherpreise gehabt.

Preisdämpfend ausgewirkt haben sich weiterhin der Rohölpreis und der Nachfragerückgang infolge der Covid-19-Pandemie. Für das Jahr 2021 erwartet die OeNB, dass der inflationsdämpfende Ölpreiseffekt auslaufen und sich die Nachfrage erhöhen wird. Die Inflation dürfte dann im Jahr 2021 auf 1,7 Prozent steigen. Die ohne Energie und Nahrungsmittel berechnete Kerninflationsrate wird sich ohne den Energiepreiseffekt spiegelbildlich zur Gesamtinflation entwickeln und von 2,0 Prozent im Jahr 2020 auf 1,6 Prozent im Jahr 2021 sinken.

Die seit Anfang Juli 2020 wirksame Mehrwertsteuersenkung in den von Corona besonders betroffenen Branchen (Gastronomie, Hotellerie, Kultur, Publikationswesen) wird sich nach OeNB-Berechnungen nicht auf die Inflationsrate im Prognosezeitraum auswirken, da sie von den betroffenen Unternehmen, wie von der Regierung intendiert, als Subvention betrachtet wird.

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