Wirtschaft

Coronakrise: 1,8 Millionen ohne Job, in Schulung oder Kurzarbeit

Arbeitsministerin Christine Aschbacher und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (beide ÖVP) gaben am Dienstag einen Überblick über den heimischen Arbeitsmarkt und die Wirtschaftslage. Die Arbeitslosenzahlen sind trotz der schrittweisen "Öffnung" seit Mitte April nur gering gesunken. Schramböck verlangt Richtung EU Gesetzesänderungen beim Beihilfen- und Beschaffungsrecht.

Arbeitsministerin Christine Aschbacher.  SN/APA/HANS PUNZ
Arbeitsministerin Christine Aschbacher.

Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) gab sich bei der Pressekonferenz optimistisch, dass die Arbeitslosenkurve sich weiter leicht abflacht. Gegenüber dem Höchststand an Arbeitslosen Mitte April sei die Zahl der Menschen ohne Job bis 11. Mai von 588.205 um rund 39.000 Personen gesunken. Hauptbetroffen von Arbeitslosigkeit seien nach wie vor die Branchen Tourismus, Handel und Bau. Allerdings habe es in der Baubranche einen Rückgang bei den Arbeitslosenzahlen gegeben, sagte Aschbacher.

In Österreich sind ihren Angaben nach derzeit über 1,8 Millionen Menschen ohne Job, in Schulung oder in Kurzarbeit. Genauer: 503.494 Menschen sind als arbeitslos gemeldet, weitere 46.168 Personen in Schulungen. Dazu kommen rund 1,3 Millionen Menschen in Kurzarbeit.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) gab die Devise aus, Österreich müsse sich vorbereiten auf weitere mögliche Krisen. Ziel müsse sein, dass das Land in sensiblen Produktionsbereichen wie der Pharmaindustrie, Schutzausrüstung, oder im Halbleiter- und Batteriebereich mehr Unabhängigkeit erreiche. Einen Vorstoß machte sie Richtung EU mit der Forderung nach einer Reform des Wettbewerbs- und des Beihilfenrechts. "Es geht nicht um den Wettbewerb innerhalb Europas, sondern um den Wettbewerb Europas mit außen, etwa den USA und China." Es brauche ein neues Wettbewerbsrecht, es sei nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt worden und nicht mehr zeitgemäß. Auch das Beihilfenrecht - "gerade in Krisenzeiten" - findet nicht Schramböcks Zustimmung. Die Obergrenzen bei Direktförderungen an Unternehmen will sie von 800.000 auf zwei Millionen Euro anheben. Beim Beschaffungsgesetzt sollte künftig auf Innovation und Regionalität geschaut werden, "damit können wir die regionale Produktion in den Vordergrund rücken und unsere mittelständischen Unternehmen stützen".


Quelle: SN

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