Wirtschaft

Coronavirus: Die Österreicher stürmen die Supermärkte

Die Nachfrage nach Grundnahrungsmitteln ist schon zuletzt massiv gestiegen, am Freitag zog es die Kunden in Scharen in die Supermärkte. Eine Minus-25-Prozent-Aktion von Spar bei Nudeln, Reis und Fischkonserven kurbelte die Nachfrage zusätzlich an. Der Handel ruft zur Besonnenheit auf: "Wir haben genug Ware!"

Der Parkplatz vor dem Eurospar in Eugendorf war am Freitag schon um halb acht Uhr bis auf den letzten Platz gefüllt. Bierkisten und schachtelweise Nudeln und Konservendosen stapelten die Kunden in ihre Einkaufswagen.

Auch im Interspar im Europark in Salzburg-Taxham herrschte um fünf nach acht Uhr bereits Hochbetrieb, und das obwohl mit Ausnahme des Interspar das Einkaufszentrum erst um 9 Uhr aufsperrt. Auch hier waren es vor allem Reis, Nudeln, Öl, aber auch Klopapier, mit dem sich die Salzburger eindeckten.

Denn zur Verunsicherung der Kunden durch das Coronavirus hatte der Spar-Konzern am Freitag auch eine Minus-25-Prozent-Aktion auf Nudeln, Reis, Öl, aber auch Fischkonserven laufen. "Solche Aktionen müssen wir Monate im Voraus planen, weil wir bei solchen Angeboten immer deutlich mehr Ware verkaufen und die lange im Voraus bestellen müssen", begründet Spar-Sprecherin Nicole Berkmann.

Die Regale waren am frühen Morgen allerdings noch gut gefüllt. Die Mitarbeiter sind auf den Ansturm gerüstet. "Man muss es nehmen, wie es ist", sagt die Kassierin im Interspar lächelnd. "Kopf hoch und gute Nerven", wünscht ihr eine Kundin.

Auch in anderen Supermärkten, aber auch Bäckereien war der Ansturm schon am Freitagmorgen groß. In einem Merkur-Markt in der Stadt stapelten zwei Burschen gleich fünf Kisten Bier und mehrere Paletten Energydrinks in ihren Wagen. In einer Bäckerei waren schon kurz vor 9 Uhr die Regale weitgehend leer.

Nicht viel anders war die Situation in Wien. Schon um 7.40 Uhr waren bei einer Billa-Filiale in Ottakring die Regale mit Nudeln und Klopapier teils geleert. Der Ansturm an den Kassen war groß.

Auch in einem Spar-Markt waren kurz nach 8 Uhr schon alle Einkaufswagerl belegt. An der Kassa bildeten sich lange Schlangen, die Kundschaft aber zeigte sich gelassen. Anders als an vielen anderen Tagen gab es keine lauten Rufe "Neue Kassa, bitte!"

Nudeln, Reis und Konserven gefragt

Die Nachfrage nach Grundnahrungsmitteln ist schon zuletzt massiv gestiegen. Von temporären Umsatzzuwächsen zwischen 14 und 40 Prozent seit Auftreten der ersten Verdachtsfälle in Österreich sprach der Handelsverband zuletzt. Gefragt waren vor allem Fertigsuppen (mehr als 100 Prozent plus), Konserven (+75%) und Nudeln & Teigwaren (+70%). Im Handel versichert man, dass die Lager gut gefüllt seien, die Kunden müssten keine Sorge haben, vor leeren Regalen zu stehen. "Wir haben wirklich genug Ware, auch wenn kurzfristig in manchen Regalen einzelne Produkte ausgehen, unsere Lager sind voll und es wird nachgeliefert", betont Rewe-Sprecher Paul Pöttschacher. "Und wir haben auch weiterhin ganz normal geöffnet, die Kunden brauchen keine Sorgen zu haben, dass es am Montag nichts mehr gibt." In den Großlagern würden Sonderschichten gefahren.

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