Österreich

Defizit im Außenhandel mehr als verdoppelt

Österreichs Außenhandelsdefizit hat sich 2016 auf 4,37 Mrd. Euro mehr als verdoppelt - und das, obwohl die Energieimporte weiter gesunken sind. Während die Wareneinfuhren nach vorläufigen Zahlen der Statistik Austria um 1,5 Prozent auf 135,59 Mrd. Euro zulegten, lagen die Ausfuhren mit 131,22 Mrd. Euro um 0,2 Prozent unter dem Wert des Vorjahres.

Im Dezember hat sich der ungünstige Trend noch verstärkt: Der Gesamtwert der Wareneinfuhren lag mit 11,09 Mrd. Euro um 2,8 Prozent über dem Vorjahreswert, die Ausfuhren blieben mit einem Wert von 10,45 Mrd. Euro nahezu unverändert (+0,1 Prozent).

Der Wert der Brennstoff- und Energieimporte ist 2016 deutlich gesunken, nämlich von 10,5 Mrd. auf 8,9 Mrd. Euro. Die Energieausfuhren gingen von 2,6 auf 2,2 Mrd. Euro zurück.

71 Prozent der österreichischen Wareneinfuhren kamen 2016 aus EU-Ländern (96,80 Mrd. Euro, +3,0 Prozent), andererseits gingen 69 Prozent der Ausfuhren in die EU (91,11 Mrd. Euro, +0,3 Prozent). Das Handelsbilanzdefizit mit der Europäischen Union belief sich auf 5,69 Mrd. Euro.

Der Außenhandel mit Drittstaaten hat in den vergangenen zehn Jahren an Bedeutung gewonnen. 2007 wurde rund ein Viertel der österreichischen Importe und Exporte mit Drittstaaten abgewickelt - die anderen 75 Prozent entfielen auf die Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

Deutschland war auch 2016 Österreichs wichtigster Handelspartner, mit 37,2 Prozent Anteil an den Einfuhren und 30,5 Prozent an den Ausfuhren. Insgesamt wird mit nur fünf Ländern mehr als die Hälfte des österreichischen Außenhandels abgewickelt. Einfuhrseitig sind das neben Deutschland noch Italien, China, die Schweiz und Tschechien. Am meisten exportiert wird nach Deutschland, in die USA, nach Italien, in die Schweiz und nach Frankreich.

Quelle: APA

Aufgerufen am 17.11.2018 um 10:02 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/defizit-im-aussenhandel-mehr-als-verdoppelt-622597

Schlagzeilen