Wirtschaft

Der Preis pro Waschgang sinkt

Waschmittel und Weichspüler zählen im Handel zu den Produkten, die mit am häufigsten zum Aktionspreis verkauft werden. Henkel versucht mit neuen Produkten im Premiumsegment dieser Entwicklung zu entfliehen.

Persilabfüllung in Wien, Henkels größte Produktionsstätte für Flüssigwaschmittel in Europa.  SN/henkel
Persilabfüllung in Wien, Henkels größte Produktionsstätte für Flüssigwaschmittel in Europa.

Das Waschprogramm war für die Konsumgüterkonzerne schon mal einfacher. Der Markt ist hart umkämpft. "Die zahlreichen Aktionen haben dazu geführt, dass im Universalwaschmittelbereich der Preis pro Waschgang seit fünf Jahren sinkt", sagte Georg Grassl, Österreich-Chef für den Bereich Wasch- und Reinigungsmittel beim Konsumgüterkonzern Henkel, am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Die Folge ist ein stagnierender Markt. 2016 war der Markt rund um Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel in Österreich über eine halbe Milliarde Euro schwer. Gegenüber 2015 entsprach das einem geringen Plus von 0,2 Prozent. Marktanteilszuwächse lassen sich hier nur schwer generieren. Das Wachstum der Diskonter und die Eigenmarken der Händler führten zu kontinuierlich sinkenden Preisen, räumte Grassl ein.

Henkel versucht dem "Promotionsdruck" mit Innovationen zu entfliehen. Der Konsumgüterkonzern launcht deshalb gerade die neue Marke "Lovables", die im Premiumsegment angesiedelt und die kaufkräftige Gruppe der "Millennials" ansprechen soll. Die unverbindliche Preisempfehlung an den Handel für die 850-ml-Flasche liege bei 5,99 Euro. Diese reiche bei Volldosierung für 17 Waschgänge. "Was der Handel mit dem Letztverbraucherpreis macht, ist seine Entscheidung", sagt Grassl.

Flüssig statt Pulver

Der Trend beim Wäschewaschen gehe in Richtung Flüssigprodukte statt Pulver sowie vordosierte Waschmittel. Henkel ist mit seinen Marken Persil, Dixan und Weißer Riese nach eigenen Angaben die Nummer 1 am heimischen Universalwaschmittelmarkt. Auch im Bereich Weichspüler (Silan) hat der Konzern hierzulande die Nase vorne. Von Wien aus steuert Henkel mit rund 830 Mitarbeitern sein gesamtes Osteuropageschäft in über 30 Ländern. Im Geschäftsjahr 2016 belief sich der Osteuropa-Umsatz auf 2,7 Mrd. Euro. Der Konzernumsatz lag bei 18,7 Mrd. Euro.

Die Fabrik in Wien ist die größte Flüssigwaschmittelproduktion von Henkel in Europa. 2017 haben 272.000 Tonnen Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel die Hallen in Wien Erdberg verlassen. 85 Prozent gingen in den Export.

Quelle: APA

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