Österreich

Die Hälfte der Wintersport-Ausrüstung wird geliehen

Die Wintersaison naht in großen Schritten, Schneebegeisterte freuen sich schon jetzt auf den Pistenspaß. Ohne Ski, Snowboard und Helm läuft natürlich nichts, dabei wird hierzulande rund die Hälfte der Winterausrüstung geliehen. "Der Anteil ist etwa 50:50", so Ernst Aichinger, Vorsitzender der Berufsgruppe Sportartikelhandel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Die Hälfte der Wintersport-Ausrüstung wird geliehen SN/APA (Gindl)/BARBARA GINDL
Skiausrüstung wird seit Jahren vermehrt geliehen.

In Österreich gibt es laut Aichinger rund 1250 gewerbliche Skiverleiher. "Sharing ist ein Zukunftsmodell", sagt er. Der Trend zum Leihen von Ausrüstung liege auch am Wunsch nach Flexibilität. "Das ist alles viel abwechslungsreicher geworden", erklärte Aichinger der APA. So möchte ein Snowboarder beispielsweise zwischendurch einen Tag auf zwei Brettern über die Pisten carven. Auch die Rodel sei wieder im Kommen.

Hauptzielgruppe sind Touristen, die eine Woche auf Urlaub fahren. Aber auch Spezialisten würden sich Ski ausborgen, testen und "sich später vielleicht ein Modell kaufen". Die meisten Shops hätten das neueste und hochwertigste Material im Angebot. Die breite Masse fährt Mittelklasse, aber "schlechte Ski gibt es nicht mehr".

Viele würden ihren Winterurlaub schon inklusive Skiausrüstung buchen, Reisebüros bieten dementsprechende Packages an. Dies sei besonders bei Engländern beliebt. "Die wollen ein komplettes Paket", so Aichinger. Auch online werde im Voraus gebucht: Sporthändler wie Sport2000 oder Intersport betreiben Buchungsplattformen, die nach eigenen Angaben größte unabhängige Buchungsplattform für den Online-Skiverleih in Europa ist Alpinresorts.com.

In Österreich hätten im Vorjahr 50.000 Wintersportler ihre Skiausrüstung für den Pistenspaß auf der Verleih-Plattform und Online-Skikurs-Buchungswebseite gebucht. Europaweit sollen es pro Wintersaison 200.000 Kunden sein. 300 Shops und 60 Skischulen sind unter Vertrag. Man arbeite mit Sportketten, freien und Markenshops zusammen. "Wir wollen jeden Ort perfekt abdecken", heißt es von Alpinresorts.com. "Wir wollen jeweils den besten Shop, aber auch den Diskonter anbieten können."

"Die meisten buchen ein bis drei Wochen im Vorfeld", so Gunther Dillersberger, einer der Gründer von Alpinresorts.com. Kunden würden dadurch zwischen zehn und 60 Prozent sparen, je nach Land und Aktion, die gerade läuft. Den Sportgeschäften bringe eine Kooperation ebenfalls etwas: "Wir können einem Händler die Vermarktung bieten, die er sich selbst nicht leisten kann", meinte Dillersberger zur APA.

Zudem werde dem Shop Arbeit abgenommen: "Wir nehmen unseren Skiverleih- und Skischul-Partnern sehr viel Arbeitsaufwand ab, unter anderem mit unserer vielsprachigen Support-Hotline für deren Kunden." Auch alle Buchungsdaten werden in sein System eingespeist. So hätten die Shops mehr Zeit für ihre Kunden im Geschäft.

Noch vor Weihnachten sollen dann auch Liftkarten dazugekauft werden können, Unterkünfte sollen ab Mitte November buchbar sein. Für den Bekleidungsverleih startet ab Dezember ein Pilotprojekt.

Quelle: APA

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