Österreich

Die Nöte der Metallindustrie

Vor den KV-Verhandlungen sieht sich die Branche in der Stagnation.

Die Nöte der Metallindustrie SN/robert ratzer
Wenig rosig ist die Lage in der Metallindustrie.

Vor Beginn der diesjährigen Verhandlungen für einen neuen Kollektivvertrag (KV) zeichnet die Maschinen- und Metallwarenindustrie (MMI) ein wenig rosiges Bild von der aktuellen Lage der Branche.

Die Auftragseingänge seien im ersten Halbjahr rückläufig (inflationsbereinigt um 0,9 Prozent), der Produktionswert liege - trotz Zuwächsen im Halbjahr - noch immer unter jenem von 2011, sagt Christian Knill, Obmann des Fachverbands FMMI. "Die Branche ist seit mehreren Jahren in der Stagnation und die Unternehmen rechnen auch in den kommenden Monaten mit eine Seitwärtsbewegung".

Zudem bekämen die stark exportlastigen Betriebe auch die globalen Krisen zu spüren. Besonders problematisch sei die Lage in Russland, wo Knill für das Gesamtjahr einen neuerlichen Rückgang der MMI-Exporte um 40 Prozent erwartet. Der Markt sei damit heute nur noch weniger als halb so groß wie 2014.

FMMI-Geschäftsführer Bernd-Thomas Krafft beklagt indessen den Verlust an Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft insgesamt. So seien in Österreich die Lohnstückkosten seit 2009 kumuliert um 16,4 Prozent gestiegen - deutlich über dem EU-Durchschnitt von 10,8 Prozent.

Der Fachverband verlangt Bürokratieabbau und noch flexiblere Arbeitszeiten, "um sich im globalen Supermarkt behaupten zu können". Für die am Montag beginnenden KV-Verhandlungen appelliert man an die Arbeitnehmer, einen "fairen und moderaten" KV-Abschluss zu ermöglichen.

Quelle: SN

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