Wirtschaft

Digitales Bezahlen durch Coronakrise immer häufiger

Die Coronakrise krempelt das Bezahlverhalten der sonst so bargeldliebenden Österreicher um und beschert digitalen Zahlungsmöglichkeiten neuen Aufwind. "Wir sehen, dass sich Bezahl- und Einkaufsverhalten geändert hat" sagte Christian Rau, Geschäftsführer von Mastercard Österreich, im Gespräch mit der APA.

Bezahlgewohnheiten haben sich geändert, Trend aber wohl dauerhaft SN/APA (dpa)/Karl-Josef Hildenbrand
Bezahlgewohnheiten haben sich geändert, Trend aber wohl dauerhaft

Dazu beitragen würden die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), auf Bargeld zu verzichten, aber auch heimische Händler selbst, die das Thema pushen. Bei diesen gebe es wegen der Coronakrise einen starken Trend in Richtung E-Commerce.

"Im Rahmen der Ausgangsbeschränkungen verlagert sich der Konsum ins Internet," so Rau. Vor allem kleine Händler, die zuvor nur auf Barzahlung gesetzt hatten, würden derzeit vermehrt auf digitale Lösungen umsteigen.

Der Trend sei jedoch bereits vor der Krise sichtbar gewesen sei, derzeit verstärke er sich aber durch die aktuelle Situation, so der Mastercard-Chef. Daten des Zahlungsdienstleisters hätten schon im Vorjahr gezeigt, dass rund drei Viertel aller Karten-Transaktionen mit NFC (also ohne Eingabe des Pincodes) erfolgt seien. Diese Entwicklung werde sich in den kommenden Monaten weiter beschleunigen, so der Mastercard-Chef.

Generell seien Kreditkarten bei den Österreichern nur wenig beliebt, während die mit der Erste Group lancierte "Debit-Karte" sowie Apple Pay deutlich besser ankommen würden, so Rau zu den Kundenvorlieben beim Bezahlen. Die Österreicher würden die Unmittelbarkeit der Transaktion mit Apple Pay oder einer Debit-Karte - bei der zwar wie mit einer Kreditkarte online eingekauft werden kann, der Betrag jedoch sofort abgebucht wird - mehr schätzen als die Aufschiebefunktion einer Kreditkarte.

Apple Pay, das erst im April des vorigen Jahres in Österreich gestartet ist, sei als Ganzes ein Erfolgsprodukt. "Das iPhone ist für viele wie ein digitales Taschenmesser," sagte Rau. Die Begeisterung für die Marke reduziere viele Kundensorgen.

Die temporäre Anhebung des Bezahllimits ohne Eingabe des Pincodes von 25 auf 50 Euro begrüßt der Mastercard-Chef. Vor allem die rasche Einigung unter allen Beteiligten sei erfreulich gewesen. Die Anhebung wurde ohne genaue Vorgabe eines zeitlichen Rahmens auf die Dauer der Coronakrise beschränkt. Rau sehe es durchaus positiv, wenn das höhere Limit auch nach der Coronakrise bestehen bleiben würde. Probleme mit Missbrauch und Betrug habe man bei Mastercard in dem Zusammenhang bisher nicht gesehen.

Quelle: APA

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