Österreich

Durch Steuerreform mehr jüngere Immo-Besitzer in Österreich

Die Steuerreform 2016 hat in Österreich mehr junge Menschen zu Immo-Besitzern gemacht - durch vorzeitige Übergaben in den Familien. Allein seit 2015 ist der Anteil der 25- bis 29-Jährigen, die eine Immobilie ihr Eigen nennen, von knapp 38 auf 49 Prozent geklettert. In Summe wuchs binnen vier Jahren die Zahl der Menschen, die zumindest eine private Immobilie haben, von 52 auf 62 Prozent.

62 Prozent aller Österreicher besitzen eine Immobilie.  SN/APA/GEORG HOCHMUTH
62 Prozent aller Österreicher besitzen eine Immobilie.

Notariatskammer-Präsident Michael Lunzer führt den Anstieg des Anteils junger Immobilien-Eigentümer unter anderem auf die Änderungen bei der Grunderwerbssteuer im Rahmen der Steuerreform 2016 zurück, die zu vorgezogenen Immo-Übergaben in den Familien geführt hätten. "Die Zahlen belegen, dass in den jüngeren Altersgruppen der Anteil an Privat-Immobilienbesitzern ansteigt", heißt es in einer Aussendung der Kammer für Wien, NÖ und Burgenland. Bei den über 50-Jährigen gaben fast 66 Prozent an, mindestens eine Immobilie zu besitzen.

In Bezug auf das neue Erbrecht zeige sich besonderer Beratungsbedarf, erklären die Notare. Nach letzten Angaben wurden 22 Prozent der Immobilien geerbt - um vier Prozentpunkte mehr als 2015. "Die Zahl der Erbschaften wird weiter steigen", glaubt Notar Lunzer. In Wien liegen die Immo-Erbschaften mit 22,8 Prozent etwas über dem Durchschnitt, den niedrigsten Wert weist das Burgenland mit 15,1 Prozent auf, den höchsten Kärnten mit 36 Prozent. 8,3 Prozent wurden per Schenkung Immo-Besitzer, am stärksten traf das mit 13,4 Prozent auf 25- bis 29-Jährige zu.

Den höchsten Immo-Privatbesitzanteil gibt es im Burgenland mit 77,9 Prozent, gefolgt von Niederösterreich mit 72 Prozent und Oberösterreich mit über 67 Prozent. In Wien haben fast zwei Drittel der Menschen keine Immobilie. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Marketagent.com-Studie im Auftrag der Österreichischen Notariatskammer von Februar unter rund 2.000 Personen zwischen 25 und 65 Jahren. Vor einem Immo-Kauf wenden sich mittlerweile 37 Prozent an einen Notar, 2015 waren es erst 32 Prozent, ein Drittel sucht Rat im Internet, fast 29 Prozent gehen zu einem Rechtsanwalt. Besonders beim Immo-Vererben oder -Verschenken wird (zu zwei Drittel) ein Notar aufgesucht.

Quelle: APA

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