Wirtschaft

E-Control: Stromnetz-Entgelte im Schnitt stabil

Die Stromnetz-Entgelte in Österreich entwickeln sich 2019 regional sehr unterschiedlich, im Durchschnitt bleiben sie aber stabil - das teilte die E-Control am Freitag mit. Bei den Gasnetzentgelten gibt es wie im Vorjahr deutliche Senkungen in fast allen Netzbereichen.

Die Entgelte wurden von der Regulierungskommission der E-Control beschlossen. Dass die Veränderungen regional sehr unterschiedlich ausfallen, begründet E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer unter anderem damit, dass die Kosten zur Vermeidung von Engpässen zwar spürbar gestiegen seien, aber nicht auf allen Netzebenen gleichmäßig anfallen würden.

Auch die Netzverlustentgelte seien wegen des allgemeinen Anstieges der Beschaffungspreise an den Strombörsen stark gestiegen. "So lag beispielsweise im Februar 2018 das niedrigste Gebot für Netzverlustbeschaffung für das Jahr 2019 bei lediglich 33 Euro je MWh. Im September 2018 lag dieser Wert bei rund 50,0 Euro/MWh", erklärte E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch laut Mitteilung. Da die Netzverlustkosten nur einen geringen Teil der gesamten Netzkosten ausmachen, relativiere sich aber der Anstieg. "Das ist auch der Grund, dass es zusammen mit den reduzierten Kosten der Verteilernetzbetreiber in den meisten Netzbereichen zu keiner signifikanten Entgeltveränderung kommt."

Die E-Wirtschaft ist mit der neuen Systemnutzungsentgelte-Verordnung der E-Control nicht zufrieden. Die Interessenvertretung Oesterreichs Energie kritisiert sie als "kontraproduktiv für den bevorstehenden Umbau des Energiesystems in Richtung erneuerbarer Energien". Nach Ansicht von Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie, "widerspricht die E-Control damit ihrem eigenen Bekenntnis zu einem verursachungsgerechten Leistungspreis das sie in ihrem Positionspapier Tarif 2.0 publiziert hat".

Der E-Wirtschaft kritisiert, dass der Anteil des Leistungspreises an den Netzgebühren in den verschieden Netzgebieten auf 11 bis 24 Prozent sinke. "Oesterreichs Energie regt dringend an, die Grundpreise auf zumindest 36 Euro pro Jahr erlösneutral anzuheben", so Schmidt.

Die meisten Gaskunden in Österreich dürfen sich im kommenden Jahr wieder über sinkende Gasnetzentgelte freuen. Außer in Vorarlberg werden sie ab 1. Jänner in allen Netzbereichen sinken.

"Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden, der mit Erdgas heizt, verbilligen sich im österreichweiten Schnitt die Netzentgelte um 9,6 Prozent bzw. 31,82 Euro", so Eigenbauer. Je nach Bundesland machen die Netzentgelte ein Viertel bis ein Drittel der gesamten Gasrechnung aus, der Rest entfällt auf die Kosten für die Gaslieferung sowie Steuern und Abgaben.

"Im Wesentlichen gibt es zwei Gründe für die sinkenden Netztarife, und zwar einerseits vor allem die höher als erwartet abgegebenen Mengen über das Gasnetz durch den vermehrten Einsatz von Gaskraftwerken und andererseits auch den witterungsbedingten Mehrverbrauch von Gas", erklärte Urbantschitsch. "Die bessere Auslastung der bestehenden Gasinfrastruktur führt dazu, dass die Gesamtkosten für das Gasnetz auf eine größere Abgabemenge aufgeteilt werden können." Nur in Vorarlberg kommt es zu einer Steigerung der Netzentgelte um 6,4 Prozent für einen durchschnittlichen Haushaltskunden. Das liege vor allem an der geänderten Buchungssystematik im vorgelagerten deutschen Netz.

Quelle: APA

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