Wirtschaft

Eine Million Euro zur Ausbildung von Wirtschaftskompetenz

Mega-Privatstiftung fördert Projekte zum besseren Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge. Die acht besten Initiativen erhalten im Juni bis zu 200.000 Euro.

Handyverträge und Online-Einkäufe können für junge Menschen zur Schuldenfalle werden.  SN/apa
Handyverträge und Online-Einkäufe können für junge Menschen zur Schuldenfalle werden.

Mit insgesamt einer Million Euro fördert die Mega-Bildungsstiftung Projekte zur Förderung von "Wirtschaftskompetenz für den Alltag". Die Ausschreibung richtet sich an bestehende schulische und außerschulische Bildungsinitiativen, die praktische Kenntnisse und Wissen über wirtschaftliche und finanzielle Zusammenhänge für Kinder und Jugendliche vermitteln wollen. Einreichungen sind ab sofort noch bis 5. Mai unter www.megabildung.at möglich. Die Stiftung ist ein Gemeinschaftsprojekt der B&C-Privatstiftung und der Berndorf Privatstiftung.

Konkret sollen acht bestehende Projekte Geldpreise in Höhe von jeweils 50.000 Euro erhalten, davon bekommen drei Siegerprojekte noch einmal jeweils 200.000 Euro. Ziel sei es, mit dem Geld Bildungsinnovationen im Bereich Wirtschaftskompetenz für den Alltag zu unterstützen, sagt Andreas Lechner, Generalsekretär der Mega-Bildungsstiftung. "Wir wollen Wirtschaft im Alltag erlebbar und verständlich machen", lautet der Anspruch.

Das Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge sei die Grundlage, um reflektierte Entscheidungen treffen zu können. "Es gibt keine Mündigkeit ohne ein wirtschaftliches Grundverständnis", sagt Mega-Generalsekretär Lechner. Wie akut der Bedarf nach solchen Bildungsiniativen ist, zeige die Tatsache, dass bereits jeder vierte Klient von Schuldnerberatungen unter 30 Jahre alt ist, sagt Mariella Schurz, Generalsekretärin der B&C-Privatstiftung. Für alarmierend hält sie auch die Tatsache, dass sich laut Studien Schüler mehrheitlich gar nicht als aktiver Teil der Wirtschaft verstehen.

Jugendliche stünden heute vor anderen Herausforderungen als früher, die Schule müsse daher Menschen auf aktuelle Herausforderungen vorbereiten, unterstreicht Unternehmer und Ex-Politiker Matthias Strolz, der als Beirat der Mega-Privatstiftung fungiert. Die Stiftung wolle Einzelprojekte unterstützen, verbinden "und Wachstumsbegleiter sein". Es dürfe nicht sein, dass Schulabgänger mit dem Abschluss eines Mietvertrags überfordert seien oder durch einen Handyvertrag in die Schuldenfalle getrieben würden.

Am 31. Mai trifft eine Fachjury eine Vorauswahl für acht Projekte, unter denen dann per Online-Voting die drei Sieger ermittelt werden sollen. Für breite Öffentlichkeit soll eine Medienpartnerschaft mit dem ORF sorgen, der in Radio, Fernsehen und online über das Projekt informiert und die Siegerprojekte im Juni im Rahmen einer TV-Show präsentieren will.

Es ist die zweite große Förderinitiative der 2019 gegründeten Mega-Bildungsstiftung, die mit einem Budget von 5,5 Mill. Euro ausgestattet ist. Im Vorjahr wurde bereits ebenfalls eine Million Euro an Projekte ausgeschüttet, damals ging es um das Thema Chancen-Fairness, das sich die Mega-Bildungsstiftung ebenso wie die Förderung von Wirtschaftskompetenz auf die Fahnen geheftet hat.

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