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Energieeffizienz: Sprit verteuert sich um drei Cent

Kleine Tankstellen stehen wegen dem Energieeffizienzgesetz unter Druck. Das hat Auswirkungen auf die Kunden.

Energieeffizienz: Sprit verteuert sich um drei Cent SN/dpa/Oliver Berg
Nach Einschätzung von Tankstellenbetreiber Leikermoser wird Diesel und Benzin um zwei bis drei Cent teurer.

1500 Tankstellen im Familienbesitz fürchten sich vor dem Energieeffizienzgesetz. "Da spielen sich Dramen ab", sagt Franz Leikermoser. Der Salzburger Tankstellenbetreiber vertritt die kleinen Betriebe in einem Arbeitskreis, der mit dem Wirtschaftsministerium an einer Branchenlösung arbeitet. Jeder Energieversorger, der nicht Einsparungen um 0,6 Prozent nachweisen kann, muss Ausgleichszahlungen in Höhe von 20 Cent pro Kilowattstunde leisten. Wer weder einspart noch durch Zahlungen ausgleicht, muss mit Strafen bis zu 100.000 Euro rechnen. "Jeder hat Angst, dass er bald nicht mehr am Markt ist."

Für Tankstellen sind Aktionen schwer umsetzbarDie Einsparungen sollen etwa durch Energieberatungen, Technologie-Checks oder Effizienzgutscheine erfolgen. Für Tankstellen ist das jedoch schwer umsetzbar - sie müssen mit hohen Ausgleichszahlungen rechnen. "Treibstoffe verursachen eine gigantische Summe an Kilowattstunden, kleine Maßnahme wie Beratung und Luftprüfen wiegen das nicht auf", sagt Leikermoser. Bereits jetzt verdienen Tankstellen weniger als einen Cent pro Liter. Davon sollen nun Energiesparaktionen bezahlt werden. Leikermoser rechnet mit vier bis fünf Millionen Euro, die er dafür ausgeben muss. Das wirkt sich auf die Autofahrer aus: "Der Treibstoff wird um zwei bis drei Cent teurer."

Das Energieeffizienzgesetz betrifft auch große Unternehmen. Experten der OMV arbeiten etwa bereits an möglichen Aktionen. Wie das konkret aussieht, will Sprecher Philipp Strommer nicht preisgeben. "Die zuständige Behörde ist noch nicht bestellt, der Katalog ist noch nicht fixiert. Wir können noch keine Stellung nehmen."

Leikermoser will für kleine Tankstellen eine Organisation, die Einsparaktionen und Ausgleichszahlungen koordiniert. Jede teilnehmende Tankstelle müsste monatlich Geld einzahlen, je nachdem wie viel überschüssige Kilowattstunden vorhanden sind. Die Hilfe sei nötig: "Das Gesetz stellt die Branche vor riesige Herausforderungen."

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