Wirtschaft

Equal Pay Day 2019: Die Lohnschere verkleinert sich nur sehr langsam

Frauen verdienen im Schnitt immer noch um fast 20 Prozent weniger als Männer. Salzburg liegt auf dem vorvorletzten Platz.

Wann werden Frauen und Männer endlich gleich viel verdienen?  SN/cisek ciesielski - stock.adobe.com
Wann werden Frauen und Männer endlich gleich viel verdienen?

Es geht voran, wenn auch nur langsam. Als im Jahr 2010 zum ersten Mal der sogenannte Equal Pay Day begangen wurde - also jener Tag, an dem Männer bereits so viel verdient haben, wie Frauen erst Ende des Jahres werden verdient haben -, fiel er auf den 29. September. Heuer findet er nun am 21. Oktober statt und damit gut drei Wochen später als 2010.

Fixiert wird der Equal Pay Day vom Städtebund auf Basis der Lohnsteuerstatistik. Sie hinkt immer etwas hinterher. Valide Daten für ein Jahr gibt es stets erst gegen Ende des Folgejahres. Die derzeit aktuellste Datengrundlage bildet somit das Jahr 2017 ab, als vollzeitbeschäftigte Männer im Schnitt etwas mehr 52.000 Euro brutto verdienten, Frauen dagegen nur rund 41.800 Euro und damit um rund 10.200 Euro (oder 19,7 Prozent) weniger. Die Höhe des Einkommens bestimmt die Höhe der Pensionsversicherungsbeiträge. Ist es niedrig, sind auch die Beiträge niedrig - und in der Folge die spätere Pension.

Wie jedes Jahr gibt es auch heuer eine Vielzahl von Aktionen unter dem Schlagwort Einkommensgerechtigkeit. So starten etwa die Frauen der größten Arbeitergewerkschaft Pro-Ge eine österreichweite Kampagne mit der Forderung, für die Pensionsbemessung die besten 15 Jahre heranzuziehen und nicht alle Arbeitsjahre. Die rote Parteijugend protestiert vor dem Parlament und wird Frauen dazu aufrufen, ihre Arbeit niederzulegen.

Frauenministerin Ines Stilling und SPÖ-Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek meldeten sich schon im Vorfeld des Equal Pay Day zu Wort. Heinisch-Hosek erhob eine Reihe von Forderungen, erinnerte aber auch an eine Verbesserung, die kurz vor der Nationalratswahl durchgesetzt werden konnte: Die seit August geltende Anrechnung von Karenzzeiten bei Lohn- und Gehaltsvorrückungen. Um die Lohnschere zu schließen, fordert die SPÖ unter anderem einen steuerfreien Mindestlohn in der Höhe von 1700 Euro, einen Rechtsanspruch für den Wechsel von Teilzeit auf Vollzeit sowie auf einen ganztägigen Gratis-Kindergartenplatz ab dem ersten Lebensjahr.

In den Bundesländern fällt der Equal Pay Day stets auf höchst unterschiedliche Termine. Und wie immer schneidet Wien am besten ab. Und Vorarlberg am schlechtesten: Dort war der Equal Pay Day bereits am 23. September (Lohnunterschied: 27,2 Prozent) erreicht, in Wien wird es erst am 9. November (Lohnschere: 14,5 Prozent) so weit sein. Salzburg liegt mit dem 10. Oktober (Lohnschere: 22,5 Prozent) auf dem vorvorletzten Platz.

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