Wirtschaft

Equal Pay Day: AK fürchtet Rückschritte durch 12-Stunden-Tag

Vor dem Equal Pay Day am Samstag warnte die Arbeiterkammer vor Rückschritten durch den 12-Stunden-Tag. Auch ÖGB-Frauenchefin Korinna Schumann forderte am Donnerstag in einer Aussendung rasch Maßnahmen gegen die Einkommensdifferenz. AK-Präsidentin Renate Anderl wies auf mögliche negative Auswirkungen auf Frauen hin.

AK-Präsidentin Anderl warnte vor Auswirkungen des 12-Stunden-Tages SN/APA/HERBERT PFARRHOFER
AK-Präsidentin Anderl warnte vor Auswirkungen des 12-Stunden-Tages

Anderl erklärte zum Tag der Lohngerechtigkeit: "Der 12-Stunden-Tag schadet im Hinblick auf das Einkommen Frauen, weil er die traditionelle Rollenaufteilung zwischen Eltern verfestigt." Und auch der Familienbonus würde am meisten jene mit höchsten Einkommen unterstützen. Anderl forderte daher unter anderem die gesetzliche Anrechnung der Karenzzeit auf die Gehaltsvorrückungen, die Verknüpfung der Einkommensberichte mit einem Frauenförderplan und den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung.

"Die Gratisarbeit von Frauen wird einer modernen Arbeitswelt nicht gerecht und kann nicht länger toleriert werden", betonte ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende Schumann. Auch sie drängt daher auf die gesetzliche Anrechnung der Karenzzeiten und erwartet sich hier eine rasche gesetzliche Umsetzung. Für echte Lohngerechtigkeit sei auch ein kollektivvertragliches Mindesteinkommen von 1.700 Euro brutto bei Vollzeitbeschäftigung notwendig.

Laut Unterlagen des Beratungsunternehmens Deloitte ist der Gender Pay Gap übrigens bei Führungskräften am höchsten: Während sich die Differenz auf der höchsten Ebene auf 35 Prozent beläuft, sind es bei Hilfsarbeitskräften "nur" 16 Prozent. Im Laufe eines Lebens verfügen Frauen über 435.000 Euro weniger Einkommen als Männer, wird auf Berechnungen der Arbeiterkammer verwiesen. Niedrige Erwerbseinkommen und Lücken durch Kindererziehung führen in weiterer Folge auch zu einem Gender Pension Gap.

Bezüglich der Sozialversicherungsreform forderte Anderl die Regierung auf, ihren Entwurf "zurückzunehmen und auf den sozialpartnerschaftlichen Weg des Interessensausgleichs zurückzukehren". Mit den Gesetzesentwürfen würden Struktur und Selbstverwaltung des gut funktionierenden Gesundheitssystems zerschlagen, ohne dass gesichert erscheine, dass die neuen Strukturen die gleiche Versorgungsqualität ohne Mehrkosten bieten. Zudem würden verfassungsrechtliche Gebote der Organisation der Selbstverwaltung missachtet. "Damit gefährdet die Bundesregierung die Versorgungssicherheit der ÖsterreicherInnen im Bereich Gesundheit und Soziales", meinte Anderl in einer Aussendung.

Quelle: APA

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