Wirtschaft

EU-Erwerbstätigenquote vor Coronakrise mit Spitzenwert

Im Jahr vor Beginn der Coronakrise hat die Zahl der Erwerbstätigen in der EU einen Spitzenwert erreicht. 2019 lag die EU-weite Erwerbstätigenquote der 20- bis 64-Jährigen bei 73,1 Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat am Dienstag mitteilte. 2018 waren es noch 72,4 Prozent gewesen. In Österreich betrug die Erwerbstätigenquote 2019 76,8 Prozent.

Damit hat Österreich die im Rahmen der "Strategie Europa 2020" festgesetzte Quote von 77 Prozent noch nicht ganz erreicht. In der Strategie Europa 2020 wurde als Ziel festgelegt, bis 2020 in der EU bei den 20- bis 64-Jährigen eine Erwerbstätigenquote von insgesamt mindestens 75 Prozent zu erreichen. Die unterschiedlichen nationalen Zielvorgaben berücksichtigen die Ausgangssituationen und Möglichkeiten der einzelnen EU-Mitglieder.

Bisher haben 17 EU-Länder ihre Ziele für 2020 erreicht. Mit Ausnahme von Schweden, das laut Eurostat mit 82,1 Prozent bereits die höchste Erwerbstätigenquote hat und einen leichten Rückgang von 0,3 Prozentpunkten verzeichnete, stieg die Quote in allen EU-Ländern an.

Schweden wird gefolgt von Deutschland mit 80,6 Prozent, Tschechien 80,3 Prozent, Estland mit 80,2 Prozent und den Niederlanden mit 80,1 Prozent. Die niedrigste Erwerbstätigenquote wurde hingegen der Statistikbehörde zufolge in Griechenland mit 61,2 Prozent registriert, obwohl sie im Jahresvergleich zunahm (plus 1,7 Prozentpunkte). An zweiter Stelle rangiert Italien mit 63,5 Prozent, gefolgt von Kroatien mit 66,7 Prozent und Spanien mit 68 Prozent.

EU-weit hat sich 2019 der Aufwärtstrend bei der Erwerbstätigenquote sowohl für Männer als auch für Frauen fortgesetzt. Bei den Männern steigt diese laut Eurostat seit 2013 stetig und erreichte 2019 79 Prozent. Bei den Frauen ist seit 2010 ein kontinuierlicher Anstieg zu verzeichnen.

Im vergangenen Jahr erreichte die Erwerbstätigenquote von Frauen im EU-Schnitt 67,3 Prozent. In Österreich betrug sie 72,4 Prozent, bei den Männern sind es 81,2 Prozent. Viele EU-Länder wiesen erhebliche Unterschiede bei den Erwerbstätigenquoten von Frauen und Männern auf. Der höchste Unterschied zwischen den Geschlechtern wurde in Griechenland und Malta mit jeweils minus 20 Prozentpunkten verzeichnet. Am geringsten war das Gefälle in Litauen (minus 1,6 Prozentpunkte).

Auch die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen ist in den letzten Jahren stetig angewachsen, von 35 Prozent im Jahr 2000 auf den bisherigen Höchststand von 59,1 Prozent im Jahr 2019. In Österreich sind in dieser Altersgruppe 54,5 Prozent erwerbstätig. Eine stärkere Erwerbsbeteiligung Älterer ist ein weiteres Ziel der 2020-Strategie.

Quelle: APA

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