Österreich

EU-Förderungen: Von Breitbandausbau bis Wagniskapital

Die EU hat mit Österreich Förderungen bis 2020 vereinbart. In Summe sind es 5 Mrd. Euro, die Palette der Projekte geht von groß bis klein.

EU-Förderungen: Von Breitbandausbau bis Wagniskapital SN/apa (dpa)
Fünf Milliarden Euro fließen nach Österreich.

So könnte ein Teil der heftig umstrittenen Breitbandmilliarde aus dem EU-Topf kommen. Oberösterreich hat einen Fonds für Risikokapital aufgelegt. Waldviertler Fischteiche können unterstützt werden, Ein-Personen-Unternehmen erhalten bis zu 25.000 Euro.

In Österreich werden Tafeln mit den Hinweis auf Geld aus Brüssel nur sehr zögerlich aufgestellt, dabei ermöglicht diese Förderung erst viele Projekte, bedauerte der interimistische Leiter der EU-Kommissionsvertretung in Österreich, Johann Sollgruber, am Dienstag. Die Ausgestaltung der Projekte liegt in Österreich, die EU gibt allerdings Schwerpunkte vor: Kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) sollen wettbewerbsfähig gemacht werden, Forschung und Entwicklung dieser Unternehmen soll gefördert werden, denn hier hinkt Österreich nach, und ein Teilbetrag ist auch für die Verringerung des CO2-Ausstoßes reserviert. Aus dem Fonds für regionale Entwicklung können aber auch Städte Geld lukrieren, Wien wird so auf eine Größenordnung von 25 Mio. Euro kommen.

Oberösterreich bekommt einen Sondertopf Die Rund fünf Mrd. Euro, die über sieben Jahre verteilt nach Österreich fließen, müssen mit zumindest dem gleichen Betrag aus österreichischem Geld aufgestockt werden. Es muss allerdings nicht Steuergeld sein, auch private Kofinanzierung ist willkommen. Grundsätzlich hat die EU bei Österreich erreicht, dass es einen gesamtösterreichischen Fördertopf gibt, es wäre aber nicht Österreich, gäbe es im Hintergrund nicht Länderquoten für die Ausschüttung, räumt Sollgruber ein. Diese "Richtwerte" hängen von Bevölkerung und Entwicklungsstand ab. Aber wenn ein Bundesland seinen Anteil nicht ausschöpfen sollte, könnte nun ein anderes Bundesland einspringen. Einen Sondertopf hat Oberösterreich fixiert: 10 bis 15 Mio. Euro für Risikokapital, die Hälfte aus dem EU-Topf.

Wobei Sollgruber den Firmen empfiehlt, selber aktiv zu werden, um an EU-Geld heranzukommen: Den aktuellen Rohtext sollten sie lesen, um sich einen Überblick über förderbare Projekte zu verschaffen. Dann allerdings empfiehlt es sich, rasch einen Förderabwickler einzuschalten und mit einem guten Business-Plan Profis mit dem Antrag zu beauftragen. Denn bei großen Investitionen wird man wohl nicht um einen Berater herumkommen, weiß Sollgruber, dass die Abwicklung nicht ganz einfach ist.

Insgesamt fließen in der sogenannten "Partnerschaftsvereinbarung" zwischen Österreich und der EU-Kommission 2014 bis 2020 aus den Europäischen Struktur- und Investitionsfonds 4,92 Mrd. Euro, davon 3.937,55 Mio. Euro aus dem ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums), 536,26 Mio. Euro aus dem EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung), 442,09 Mio. Euro aus dem ESF (Europäischer Sozialfonds) und 6,97 Mio. Euro aus dem EMFF (Europäischer Meeres- und Fischereifonds).

Quelle: APA

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