Wirtschaft

Euro-Bargeld beendet Teenager-Dasein

Die Zeit vergeht: Das gilt auch für die Einführung des Euro-Bargeldes am 1. Jänner 2002 vor nunmehr 20 Jahren. Viele können sich bestimmt noch erinnern, als sie einige Tage zuvor, zu Weihnachten vor zwei Jahrzehnten, erstmals die Startpackungen mit den (wert-)gewichtigen Münzen bekamen und das neue Geld in Händen hielten. Für ältere Menschen in Österreich war es die vierte Währung in ihrem Leben. Die Finanzkrise 2008 überdauerte die damals wackelnde Gemeinschaftswährung.

Italienische Touristin mit Austro-Eurostartpaket im Dezember 2001 SN/APA/Oczeret Herbert
Italienische Touristin mit Austro-Eurostartpaket im Dezember 2001

Eingeführt wurde der Euro in zwölf EU-Mitgliedstaaten. Es handelte sich um die weltweit größte Währungsumstellung aller Zeiten. Drei Jahre davor war der Euro bereits als Buchgeld eingeführt worden. Heute ist er die zweitwichtigste Währung der Welt und offizielles Zahlungsmittel für mehr als 340 Millionen Menschen in 19 EU-Mitgliedstaaten.

Der Euro wurde zum greifbarsten Symbol der europäischen Integration. Gerade in Österreich halten besonders viele Menschen noch täglich das Euro-Bargeld in Händen, wenn auch ebenso hierzulande der Anteil von neueren Zahlungsmethoden mit Handy oder Karte ansteigt. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) wird im Jahr 2022 mit zahlreichen Veranstaltungen und einer Kampagne an die europäische Errungenschaft erinnern, siehe auch https://www.euroat20.at/.

"In Österreich ist Bargeld unverändert das beliebteste Zahlungsmittel", sagt OeNB-Direktor Eduard Schock. 66 Prozent aller Transaktionen werden hierzulande nach wie vor in bar abgewickelt, besagen Umfragen der Notenbank.

OeNB-Gouverneur Robert Holzmann betont die große Bedeutung der gemeinsamen Währung für Stabilität und Sicherheit: "Die Einführung des Euro war in der europäischen Integration der größte Schritt seit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft. Durch den Euro konnten mit der gemeinsamen Geldpolitik die wirtschaftlichen Auswirkungen der globalen Finanzkrise 2008 abgefedert und letztlich auch sicher überwunden werden."

Die Banknoten sind auch ein hochtechnologisches und weitgehend fälschungssicheres Produkt, auf das sich die Bevölkerung verlassen kann, sagt die Nationalbank. Mit den Prüfschritten "fühlen - sehen - kippen" lassen sich die Euro-Banknoten ohne technische Hilfsmittel jederzeit auf ihre Echtheit hin überprüfen.

In der Startphase konnte noch parallel bezahlt werden und es musste vor und nach Euro-Einführung noch länger doppelt ausgeschildert werden. Bis zum 28. Februar 2002 lief eine Parallelumlaufphase. Es konnte mit Schilling, Euro oder beidem bezahlt werden. 1 Euro wurde und wird mit 13,76 Schilling umgerechnet.

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