Wirtschaft

Euro wird erwachsen: Soll für digitale Zeit gerüstet werden

Die Finanzminister der Eurozone wollen angesichts des 20-Jahre-Jubiläums der Gemeinschaftswährung Euro "mit Innovationen Schritt halten und die internationale Rolle des Euro fördern", schreiben sie in einem offenen Brief gemeinsam mit Vertretern der EU-Kommission und der Eurogruppe. Demnach "muss der Euro selbst für das digitale Zeitalter gerüstet sein". Also werde die EZB-Arbeit an einer digitalen Euro-Form unterstützt, so Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) und Co.

Auch der Euroraum müsse weiter gestärkt werden. Zwar gebe es eine solide Grundlage für das europäische Bankensystem, "aber es bleibt noch viel zu tun, um unsere Bankenunion zu stärken und neue Chancen für die Erholung und das Wachstum der Wirtschaft zu erschließen". Dasselbe gelte für die Kapitalmärkte in der EU: "Wir müssen entschlossen handeln, um den Fluss von privaten Investitionen und Ersparnissen im gesamten Binnenmarkt zu verbessern, damit Unternehmen, einschließlich unserer KMU, dringend benötigte Finanzierung bereitgestellt wird und somit neue Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden."

Die öffentlichen Haushalte müssten angesichts der Alterung der Bevölkerung langfristig tragfähig sein, so Eurogruppen-Präsident Paschal Donohoe und Kolleginnen und Kollegen. "Im Zusammenhang mit der Überarbeitung unserer gemeinsamen Haushaltsregeln müssen wir garantieren, dass die Haushalts- und Wirtschaftspolitiken im Euroraum für das neue Umfeld und für die Bewältigung künftiger Herausforderungen zweckdienlich sind."

Prinzipiell sei der Euro den Kinderschuhen entwachsen und habe sich aufgrund früher Krisen weiterentwickelt. "Ferner haben wir wertvolle Lehren gezogen, die uns in der derzeitigen Pandemie zugutekommen: Durch ihren grenzüberschreitenden Charakter ist zutage getreten, wie sehr wir voneinander abhängen und wie stark unsere Einheit ist." Als das Ausmaß der Covid-19-Krise deutlich wurde, seien im Gegensatz zu früheren Schocks wesentlich raschere, entschiedenere und besser koordinierte politische Maßnahmen getroffen worden.

Finanzminister Brunner: "Der Euro ist eine gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Erfolgsgeschichte historischer Dimension. Die Einführung des Euros vor 20 Jahren hat nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger spürbare Verbesserungen gebracht, wenn man zum Beispiel an den Urlaub in einem Euroland denkt, sondern auch unsere Volkswirtschaft hat nachhaltig profitiert."

Aufgrund der geografischen Lage Österreichs und als Exportnation gehöre man gemeinsam mit Deutschland zu den Hauptgewinnern der gemeinsamen Währung, so Brunner. Der Wirtschaftsstandort habe massiv davon profitiert, dass Wechselkursschwankungen, Wechselkursrisiken oder Transaktionskosten für Bezahlungen in unterschiedlichen Währungen innerhalb des Euroraums wegfielen. "Für die Zukunft müssen wir alles tun, dass der Euro auch weiterhin eine starke und stabile Währung ist." Die politischen und budgetären Entscheidungen in den jeweiligen Ländern seien dafür ein wesentlicher Faktor.

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