Wirtschaft

Eurozone: Erzeugerpreise steigen auf höchste Rate seit 1999

Der Preisauftrieb auf Herstellerebene in der Eurozone hat sich vom hohen Niveau aus weiter beschleunigt. Die Erzeugerpreise stiegen im Oktober zum Vorjahresmonat um 21,9 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mitteilte. Das ist die höchste Rate seit Beginn der Währungsunion im Jahr 1999. Analysten hatten im Mittel mit einem Anstieg um 19,0 Prozent gerechnet. Im September hatte die Rate 16,1 Prozent betragen. Das war der bisherige Rekordwert.

Im Monatsvergleich erhöhten sich die Preise, die Hersteller für ihre Waren erhalten, ebenfalls kräftig. Von September auf Oktober stiegen sie um 5,4 Prozent, nach 2,8 Prozent im Vormonat. Auch hier wurden die Analystenerwartungen übertroffen.

Besonders deutlich verteuerte sich abermals Energie, die 62,5 Prozent teurer war als ein Jahr zuvor. Ohne Energie stiegen die gesamten Erzeugerpreise um 8,9 Prozent. Die Preise für Vorleistungsgüter stiegen mit 16,8 Prozent ebenfalls deutlich. Hier machen sich die zahlreichen Probleme in den internationalen Lieferketten bemerkbar. Sie sind überwiegend Folgewirkungen der Corona-Pandemie.

Die Erzeugerpreise messen den Preisdruck auf Herstellerebene, indem sie die Verkaufspreise der Unternehmen erfassen. Die Entwicklung fließt teilweise in die Verbraucherpreise ein, an denen die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik ausrichtet. Auch auf Verbraucherebene hat sich die Teuerung zuletzt immer weiter verstärkt. Im November waren die Lebenshaltungskosten um 4,9 Prozent gestiegen und damit so stark wie noch nie seit Bestehen der Eurozone. Die EZB macht für die hohe Rate vor allem vorübergehende Corona-Faktoren verantwortlich.

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