Wirtschaft

Fernseher, Handy, Laptop: Wo sich Online-Shopping im Ausland lohnt

Online-Händler dürfen Konsumenten seit einem Jahr nicht mehr aufgrund ihrer Herkunft oder Nationalität diskriminieren. Ein Vergleichsportal zeigt, wie Konsumenten beim Bestellen sparen können.

Der Onlinehandel boomt. SN/fmt-pictures
Der Onlinehandel boomt.

Diskriminierung beim EU-weiten Online-Shopping gehört der Vergangenheit an. Seit beinahe einem Jahr gilt die Geoblocking-Verordnung, die verbietet, dass Konsumenten bei einem grenzüberschreitenden Einkauf benachteiligt werden. Konsumenten innerhalb der EU müssen einen Einkauf bei einem Online-Händler unter denselben Bedingungen durchführen können. Der Händler darf den Kauf eines Produkts nicht unterbinden oder ihn auf eine länderspezifische Webseite umleiten, die das Produkt zu möglicherweise höheren Preisen anbietet als im Heimatland des Händlers.
Das Vergleichsportal Idealo hat nun erhoben, bei welchen Produkten die Preise in verschiedenen Ländern auseinandergehen und wann sich das Bestellen im Ausland lohnt. Dabei wurden die Preise der beliebtesten Produkte in den Top-15-Kategorien in den Ländern Österreich, Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien und dem Vereinigten Königreich analysiert und verglichen.

Apple-Produkte sind im Ausland günstiger

Für Verbraucher, die sich ein neues Apple-Gerät kaufen wollen, lohnt sich der Preisvergleich im Ausland besonders, erklärt das Vergleichsportal. Vor allem in Frankreich gibt es Sparpotenzial. So koste das aktuelle schwarze iPad Pro 11 mit 64 GB in Österreich 788 Euro, während es in Frankreich elf Prozent günstiger für 700 Euro angeboten werde. Noch deutlicher zeige sich der Unterschied bei den iPhones. Hingegen ist für den Kauf von MacBooks Österreich eine gute Wahl: Knapp hinter Deutschland biete Österreich hier in den meisten Fällen die besten Preise.

Heimische Shops punkten bei Fernsehern und Notebooks

Während die Preise für Smartphones und Tablets in anderen EU-Ländern mitunter niedriger sind, werden Fernseher und Notebooks laut der Erhebung hierzulande oft günstiger angeboten. Die Preise für Fernseher sind in Deutschland, Italien und Frankreich eine Spur höher. In Spanien (12%) und im Vereinigten Königreich (16%) sind die Produkte sogar deutlich teurer als in Österreich. Ähnlich verhalte es sich mit Laptops.

"Mit dem Einkauf im Ausland lässt sich in einigen Kategorien richtig viel Geld sparen", erklärt Veronika Bahr von Idealo Österreich. Konsumenten sollten sich allerdings erkundigen, ob der ausgewählte Shop nach Österreich liefert und wie hoch die Versandkosten sind, damit das Erlebnis nicht mit bösen Überraschungen endet.

An wen sich Konsumenten wenden können

Um die Umsetzung der Verordnung zu gewähren, musste jedes EU-Mitgliedsland mindestens eine Stelle einrichten, an die sich Konsumenten im Falle eines derartigen Konflikts mit einem Händler wenden können. In Österreich ist hierfür das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) zuständig. Dieses hat vor allem die Aufgabe, die Kunden zunächst bezüglich ihrer Rechte zu informieren. Im Streitfall interveniert das EVZ bei dem betroffenen Unternehmen oder verweist auf andere Einrichtungen zur Konfliktlösung.

Geoblocking im Online-Handel bedeutet, dass "Konsumenten der Zugriff auf Websites verwehrt wird, Konsumenten zwar auf die Website zugreifen, aber keinen Kauf abschließen können und Konsumenten nur mit der Bankomatkarte oder Kreditkarte eines bestimmten Landes bezahlen können", schreibt das EVZ. So kann einem belgischen Konsumenten der Kauf einer Kamera von einem Online-Shop eines deutschen Händlers nicht verwehrt werden, auch wenn der Händler eine Lieferung in das Zielland nicht anbietet, erklärt das EVZ in einem Beispiel auf seiner Webseite. Für die Lieferung muss der deutsche Händler allerdings nicht sorgen. Der Kunde muss die erworbene Kamera entweder vor Ort abholen oder die Lieferung auf eigene Rechnung selbst organisieren.

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