Wirtschaft

Finale Runde im Bieterrennen um Fluglinie Niki hat begonnen

Die Schlussrunde im Bieterrennen um die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki hat am Montag begonnen. Der Gläubigerausschuss traf sich nach Angaben der österreichischen Insolvenzverwaltung am Nachmittag.

Das Tauziehen um die Fluglinie Niki ging am Montag in eine weitere Runde. SN/APA (Symbolbild)/GEORG HOCHMUTH
Das Tauziehen um die Fluglinie Niki ging am Montag in eine weitere Runde.

Am Ende der Beratungen soll feststehen, ob es beim Verkauf von Niki an den britisch-spanischen IAG-Konzern mit seiner spanischen Billigairline Vueling bleibt oder ob ein anderer Bieter den Zuschlag erhält. Unter den Interessenten ist erneut der österreichische Ex-Rennfahrer Niki Lauda. Der 68-Jährige bietet nach eigenen Worten zusammen mit dem Reiseveranstalter Thomas Cook (Condor).

Das Landesgericht Korneuburg hatte vor einer Woche ein zweites Hauptverfahren zur Niki-Insolvenz in Österreich eröffnet und Bietern damit eine zweite Chance für ein Angebot eröffnet.

IAG-Chef Willie Walsh sieht großes Potenzial in dem Deal. "Wenn wir den Zuschlag für Niki bekommen, sehen wir ein Wachstumspotenzial für mindestens 30 Flugzeuge", sagte Walsh der Zeitung "Die Presse". Zudem würde die Luftfahrtgruppe über die Billig-Langstrecken-Tochter Level in zwei bis drei Jahren auch Interkontinental-Flüge ab Wien anbieten.

Die IAG-Tochter Vueling hatte 20 Millionen Euro für Niki und weitere 16,5 Millionen Euro als Massekredit zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes geboten. Davon sind drei Millionen Euro geflossen, die von einem etwaigen neuen Käufer zurückgezahlt werden müssten. Die IAG wolle alle rund 1000 Niki-Beschäftigten übernehmen, sagte Walsh.

Die Eröffnung des zweiten Hauptverfahrens war vom deutschen Insolvenzverwalter Lucas Flöther scharf kritisiert worden, weil es den Deal mit der IAG gefährde.

Lauda sieht gute Gründe für einen Zuschlag an ihn. Er könne wegen des Luftverkehrsbetreiberzeugnisses (AOC) seiner Fluggesellschaft Lauda Motion Niki binnen weniger Wochen wieder in die Luft bringen, sagte der 68-Jährige der Wiener Zeitung "Kurier". Die IAG-Tochter Vueling brauche dagegen ein neues Betreiberzeugnis, was mindestens drei Monate dauere. "Niki muss aber im März schon fliegen, wenn der Sommerflugplan beginnt."

Die Schuld am juristischen Tauziehen sieht Lauda bei der Niki-Geschäftsführung, die in Deutschland den Insolvenzantrag gestellt habe, sagte Lauda. Wäre die Insolvenz gleich in Österreich angemeldet worden, wäre das Problem längst gelöst. Das letzte Wort zur Rechtmäßigkeit des Insolvenzantrags in Deutschland liegt beim Bundesgerichtshof.

Die Belegschaft hofft laut Niki-Betriebsratschef Stefan Tankovits, dass es beim bisherigen Deal mit Vueling bleibt. Das finanzstarke Unternehmen habe ein Konzept vorgelegt, dass die Mitarbeiter überzeugt habe. Sollte Niki-Gründer Lauda den Zuschlag erhalten, sieht er große personelle Probleme auf Lauda zukommen. "Dann kündigen alle 220 Piloten", ist sich Tankovits sicher. Während der Jahre mit Lauda als Niki-Chef waren die Piloten bei einer Personalleasing-Firma angestellt.

Quelle: SN, Dpa

Aufgerufen am 13.12.2018 um 09:49 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/finale-runde-im-bieterrennen-um-fluglinie-niki-hat-begonnen-23277472

Kommentare

Schlagzeilen