Wirtschaft

Finanzaufsicht muss sich laut Finanzminister fortentwickeln

In Anbetracht der Herausforderungen, die mit der Digitalisierung, dem Klimaschutz und den globalen wirtschaftlichen Entwicklungen auf die Finanzbranche zukommen, muss sich auch die Aufsicht ständig weiterentwickeln, sagte Finanzminister Eduard Müller am Donnerstag auf der 10. FMA-Aufsichtskonferenz in Wien.

Die Aufsicht muss für Müller zukunftsfit sein SN/APA/ROLAND SCHLAGER
Die Aufsicht muss für Müller zukunftsfit sein

"Die Aufsicht darf den Kopf nicht in den Sand stecken," so Müller und attestierte der FMA gleichzeitig, dass sie sehr wohl "fit for Future" sei. Die disruptiven Entwicklungen in der Branche würden sich jedoch nicht nur ankündigen, sondern "sie passieren" bereits, sagte der Finanzminister und nannte als Beispiele Fintechs, Bitcoin, Stablecoins wie Libra, aber auch Maßnahmen für den Klimaschutz als größte Herausforderungen. Trotz der großen Fortschritte, die im Finanzsektor seit der Finanzkrise 2008/2009 passiert sind, seien die Zeiten jedenfalls "nicht einfacher geworden", so Müller.

Illustriert wurde dies zuvor vom neuen Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Robert Holzmann. Dieser griff in seiner Rede auf der FMA-Konfernez ein geldpolitisches Thema auf und erläuterte, dass die Profitabilität im europäischen Bankensektor unter dem derzeitigen Niedrigzinsumfeld sowie unter sehr niedrigen Risikokosten leiden würde.

Dabei seien die niedrigen Zinsen nicht nur geldpolitisch gemacht, sondern seien auch auf geringere Investitionen bei gleichzeitig höheren Sparüberschüssen zurückzuführen. Dies bremse die Zinseinkommen der Banken, während die Profitabilität in der Branche zur Zeit vor allem von den sehr niedrigen Risikokosten herrühre.

An den Aktienmärkten seien die europäischen Banken aktuell jedoch sogar schlechter bewertet als noch vor der Finanzkrise, wie sich am Bankenindex der EuroStoxx zeige. Österreichs Banken treffe es zwar weniger hart als einige ihrer europäischen Kollegen, denn derzeit komme ihnen noch ihr Exposure in Osteuropa zu Gute. Hier bestehe jedoch ein gewisses "Klumpenrisiko", gegen dass sich Banken absichern sollten, so Holzmann.

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