Wirtschaft

Finanzinvestoren wollen ams-Gebot für Osram übertrumpfen

Der Bieterkampf um den Münchner Lichtkonzern Osram spitzt sich zu. Die beiden US-Finanzinvestoren Bain Capital und Advent wollen ein weiteres Übernahmeangebot für Osram abgeben und das 4,3 Milliarden Euro schwere Offert des steirischen Chip- und Sensor-Herstellers ams übertrumpfen.

Beleuchtungshersteller Osram steht zum Verkauf SN/APA (dpa)/Matthias Balk
Beleuchtungshersteller Osram steht zum Verkauf

Sie hätten einen "bedeutenden Aufschlag" gegenüber den von ams gebotenen 38,50 Euro je Aktie in Aussicht gestellt, ohne eine Summe zu nennen, teilte Osram am Mittwoch mit. Bis das Angebot konkret vorliegt, kann es allerdings noch einige Wochen dauern. Advent und Bain Capital wollen vorher noch einmal in die Bücher von Osram schauen und müssen noch die Finanzierung festzurren.

Die Osram-Aktionäre haben nun die Wahl zwischen dem Spatz in der Hand und der Taube auf dem Dach. Sie müssen bis kommenden Dienstag (1. Oktober) entscheiden, ob sie das Offert von ams annehmen oder nicht. Der steirische Chip- und Sensor-Hersteller braucht 62,5 Prozent der Osram-Aktien, damit ihr Angebot erfolgreich ist. Doch bis dahin dürfte das Gegengebot von Bain und Advent nicht vorliegen. "Es ist aus Sicht des Vorstands von Osram derzeit noch nicht abzusehen, ob es ein verbindliches Angebot von Advent und Bain Capital geben wird", warnte Osram. Doch ams ist in Zugzwang: Die Österreicher haben noch bis Montag Zeit, das eigene Angebot zu erhöhen. Dann würde sich die Annahmefrist bis zum 15. Oktober verlängern. Doch tappen sie im Dunkeln, ob ihr nachgebessertes Offert dann ausreichen würde.

"Wir glauben, dass die Zukunft von Osram im Einklang mit allen Interessengruppen, einschließlich der Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter, gestaltet werden muss", zitiert Osram aus dem Schreiben. Bain und Advent seien zu entsprechenden Zusagen bereit. Das Angebot werde nicht nur finanziell, sondern auch was die Strategie und die Perspektiven betreffe, dem Offert von ams überlegen sein. Die Gewerkschaft IG Metall und die Betriebsräte waren gegen das überraschende Angebot von ams Sturm gelaufen. Sie fürchten, dass Osram in diesem Fall zerschlagen würde. Ein Bain-Sprecher bestätigte den Brief an Osram, ohne sich genauer dazu zu äußern.

Quelle: Apa/Ag.

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