Wirtschaft

Fitnesscenter machen wegen Corona bis zu 40 % weniger Umsatz

Durch die Coronapandemie haben die österreichischen Fitnessstudios zwischen 30 und 40 Prozent ihres Umsatzes verloren. Die Lockdowns haben dazu geführt, dass 25 bis 35 Prozent der Stammkundschaft weggebrochen sind. Mit Juli wird der Ausfallbonus nur noch Unternehmen mit einem Umsatzminus von mehr als 50 Prozent gewährt: "Wir fallen aus den jetzigen Förderungen eigentlich raus", erklärte Wirtschaftskammer-Branchensprecher Christian Hörl am Montag gegenüber der APA. 

Viele Fitnesscenter-Stammkunden warten noch ab SN/APA (AFP)/JUNG YEON-JE
Viele Fitnesscenter-Stammkunden warten noch ab

Der Fixkostenanteil sei bei Fitnessstudios allerdings hoch. Während der Lockdowns habe der staatliche Fixkostenersatz nahezu alle anfallenden Kosten abgedeckt, mit der Öffnung der Studios sei der jedoch weggefallen. Nun haben die Betriebe wieder alle laufenden Kosten wie Mieten und Finanzierungskosten selbst zu tragen, durch die geringen Einnahmen würden aber praktisch alle Verluste schreiben. In Wien hätten sich die Gewerbeanmeldungen deshalb bisher um 13 Prozent verringert. Dabei handle es sich vor allem um Einzelclubs, Fitnessketten seien noch nicht betroffen, so Hörl. Zahlen für ganz Österreich gab es auf Anfrage noch nicht.

Vor allem ältere Kundengruppen seien noch immer zögerlich mit ihrer Rückkehr in die Fitnessstudios, auch bei Fitnesskursen gäbe es massive Teilnahme-Rückgange. Den Mitgliederstand aus der Zeit vor der Pandemie werde man erst in zwei Jahren wieder erreicht haben. Manche hätten sich während der Lockdowns Alternativen zum Fitnesscenter gesucht, beispielsweise Fitnessprogramme für zuhause. Darüber hinaus herrsche nach wie vor eine gewisse Angst vor dem Training in geschlossenen Räumen. Hörl betonte jedoch, dass es bisher keinen Cluster in Fitnesscentern gegeben habe. "Das Training in modernen Fitnessstudios ist sicher", erklärte er und verwies auf die Lüftungsanlagen, die dort ohnehin Vorschrift seien. 

Hörl bekräftigte daher die Branchen-Forderung nach einer temporären Mehrwertsteuer-Senkung, analog zur Gastronomie. Konkret wünscht man sich eine Mehrwertsteuer-Verminderung auf 10 Prozent mit einer zeitlichen Begrenzung von zwei Jahren. "Aber auch 12 Monate wären eine große Hilfe", so Hörl. Man habe dazu bereits Gespräche mit dem Finanzministerium geführt, die "sehr positiv" gewesen seien. Die Forderung wurde bisher jedoch abgelehnt.

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