Österreich

Flugtouristen bringen 3,7 Milliarden Euro ins Land

Ein Fünftel der Wertschöpfung im österreichischen Tourismus entfällt auf die rund sechs Millionen Gäste, die per Flugzeug nach Österreich kommen.

Flugtouristen bringen 3,7 Milliarden Euro ins Land SN/apa
Touristen, die per Flugzeug nach Österreich kommen, sind spendierfreudig.

Gut sechs Millionen Touristen sind im vergangenen per Flugzeug nach Österreich gekommen und haben bei 17,4 Millionen Nächtigungen 3,7 Milliarden Euro ausgegeben.

Damit entfiel ein Fünftel der Wertschöpfung im Tourismus auf dieses Segment, rechnete der österreichische Luftfahrtverband am Dienstag vor. Fluggäste geben im Schnitt pro Tag mehr Geld aus als andere Touristen.

Insgesamt verbuchte Österreich im Vorjahr 26,7 Millionen Ankünfte von Ausländern, die 98,8 Millionen Mal übernachteten und dabei 18,4 Milliarden Euro ausgaben. Pro Kopf und Tag entspricht das 186,28 Euro, während Fluggäste pro Tag 212 Euro ausgeben.

Für Mario Rehulka, Studienautor und Präsident des österreichischen Luftfahrtverbands, sind dabei die Langstreckendestinationen besonders wichtig.

"Je weiter die Anreise, desto höher sind dann die täglichen Ausgaben", ergänzte der Wiener Tourismusdirektor Norbert Kettner im gemeinsamen Pressegespräch in Wien. Außerdem stütze dies Wiens Rolle als Kongressstadt - und Kongressteilnehmer geben pro Tag 534 Euro aus.

Bisher sei man davon ausgegangen, dass Fluggäste in Österreich neun Prozent zur touristischen Wertschöpfung beitragen, das unterschätze die Bedeutung, sagte Rehulka. Dabei habe er "sehr vorsichtig gerechnet". Er plädiert ebenso wie Kettner dafür, den Flughafen Wien als Drehscheibe auszubauen.

Auch die Ticketsteuer sollte abgeschafft werden. Denn Wachstum des Flugverkehrs schlage sich unmittelbar in Wirtschaftswachstum nieder: Zehn Prozent mehr Verbindungen führen zu 0,5 Prozent mehr Wirtschaftswachstum, sagte Kettner. Nicht zuletzt deshalb habe man sich 2013 das Ziel gesetzt, bis 2020 20 zusätzliche Flugverbindungen aus Wien zu schaffen - 14 seien schon entstanden.

Sehr entspannt sieht Kettner aktuelle Meldungen, wonach im Moment, unmittelbar nach der Kür Donald Trumps zum US-Präsidenten, die Buchungen in die USA zurückgehen sollen. Einerseits zeige die Erfahrung, dass in Wahljahren der Verkehr in Richtung USA zurückgehe, andererseits könne man davon ausgehen, "dass sich die momentane Aufwallung rasch wieder legen wird". Einzig wenn eine Visa-Regelung kommen sollte, könnte es Probleme geben, aber "dafür sehe ich keine Indikationen".

Wenig überraschend ist Wien Schwechat "Flug-Tourismus-Kaiser", hier ankommende ausländische Gäste generieren 2,8 Milliarden Euro Wertschöpfung bei 13,5 Millionen Nächtigungen. Dahinter folgen Salzburg (470 Millionen Euro Wertschöpfung), Innsbruck (200 Millionen Euro Wertschöpfung), Graz (115 Millionen Euro), Linz (54 Millionen) und Klagenfurt (43 Millionen Euro).

Die gleiche Reihung ergibt sich bei den Übernachtungen, die durch ankommende Fluggäste generiert werden: auf den Bundesländer-Flughäfen wurden 1,14 Millionen ankommende Fluggäste verzeichnet, die zusammen 3,9 Millionen Nächtigungen in Österreich generierten. Davon 1,5 Millionen durch Reisende am Flughafen Salzburg, 1,2 Millionen aus Innsbruck, 640.000 aus Graz, 300.000 aus Linz und 240.000 aus Klagenfurt.

Quelle: APA

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