Wirtschaft

FMA bekam 2021 knapp 300 Whistleblower-Meldungen

Die Finanzmarktaufsicht (FMA) bekommt Jahr für Jahr mehr Meldungen von Whistleblowern, die auf Missstände in von der FMA beaufsichtigten Unternehmen aufmerksam machen oder dubiose Anbieter melden wollen. Im Vorjahr 2021 waren es schon knapp 300 (298) und damit 7,2 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte die Aufsicht am Dienstag mit. Deutlich zugenommen haben vor allem die Hinweise im Wertpapierbereich.

Von den 298 Meldungen, die bei der FMA eingegangen sind, betrafen 235 tatsächlich den gesetzlichen Aufsichtsauftrag der FMA. Rund ein Drittel davon bezog sich auf Anlagebetrug. Etwa jeder zweite Hinweis in dem Gebiet stand im Zusammenhang mit Krypto-Assets. 45 Prozent bezogen sich auf betrügerische Angebote mit traditionellen Anlageformen wie Aktien oder Gold sowie auf verschiedene Arten des Vorschussbetrugs.

Bei Kryptowährungen werde oft auf dubiosen oder kriminellen Online-Plattformen mit Produkten wie finanziellen Differenzgeschäften (CFDs), Fremdwährungshandel (Forex) oder binären Optionen geworben. Die FMA warnt jedoch, dass das Angebot binärer Optionen an Kleinanleger in der EU verboten und das Angebot von CDFs stark eingeschränkt ist.

In je rund einem Viertel der Hinweise ging es indessen um den Verdacht auf Missstände bei Banken oder um den Wertpapierbereich. Bei Wertpapieren wurde vor allem von Verfehlungen in Zusammenhang mit dem Angebot, dem Handel oder dem Vertrieb von Wertpapieren - wie etwa Markt- und Kursmanipulationen - berichtet. Weiters ging es in den Meldungen häufig um Insidertrading und Ad Hoc-Verstöße. Weniger oft kamen Versicherungsunternehmen, Pensionskassen, die Rechnungslegung sowie Geldwäsche-Verdacht vor, so die FMA.

In Folge der Hinweise wurden im Vorjahr 10 Investorenwarnungen ausgegeben, zudem gingen 32 Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft ein. "Unsere Whistleblower-Plattform ist eine wichtige Informationsquelle für die Aufsicht. Insbesondere ist sie ein - oft auch präventiv wirkendes - Instrument im Kampf gegen Anlagebetrug sowie unseriöse Marktpraktiken", sagten die FMA-Vorständ Helmut Ettl und Eduard Müller laut Aussendung.

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