Österreich

Gespräche über Senkung der Ticketsteuer stocken

Die Gespräche über die geplante Halbierung der umstrittenen Flugabgabe stocken. Ende November hätte der Ministerrat darüber befinden sollen, das Ganze wurde aber verschoben. Nun schaltet sich die Gewerkschaft vida ein - sie will die Ticketsteuer auf die Sozialpartnerebene heben und hat der Wirtschaftskammer (WKÖ) einen Vorschlag auf den Tisch gelegt.

Gespräche über Senkung der Ticketsteuer stocken SN/APA (Archiv)/HERBERT NEUBAUER
Gewerkschaft fordert Absicherung für Beschäftigte am Flughafen.

"Für uns war immer klar, dass eine geplante Senkung der Ticketsteuer mit einem Aufbau und einer Absicherung der Beschäftigung bei der AUA und am Flughafen einhergehen muss", bekräftigte vida-Gewerkschafter Johannes Schwarcz am Freitag. Ein Teil des Geldes, das sich die Luftfahrtunternehmen ersparen, solle in einen Sozial- und Weiterbildungsfonds fließen. Ziel der Gewerkschaft: Sie will gemeinsam mit der WKÖ ein Standortpaket schnüren.

Auch die Wirtschaftskammer (WKÖ) hat sich für eine Senkung der umstrittenen Ticketsteuer ausgesprochen. Im Gegensatz zur Gewerkschaft vida lehnt die WKÖ einen "Sozialplan" aber ab, weil die Reduktion der Abgabe "grundsätzlich den Standort und damit die Beschäftigung und Wertschöpfung stärkt".

Die Flugabgabe wurde 2011 eingeführt. Seitdem wettern die Fluggesellschaften gegen diese Steuer, sie sehen sich im internationalen Wettbewerb benachteiligt. Die Abgabe bringt dem Staat rund 100 Mio. Euro im Jahr und verteuert Kurzstreckentickets um 7 Euro, Mittelstreckentickets um 15 Euro und Langstreckenflüge um 35 Euro. Zuletzt war geplant, die Ticketsteuer, die es auch in Deutschland gibt, in zwei Schritten zu senken: zuerst um 25 und dann um 50 Prozent.

Quelle: APA

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