Wirtschaft

Gewerbe und Handwerk: Bis 2020 Komplett-Digitalisierung

Die österreichischen Gewerbe- und Handwerksbetriebe entwickeln sich solide. Nominell wuchs der Sektor im Vorjahr (1. bis 3. Quartal) um 1,1 Prozent. Das bedeutete ein Umsatzplus von einer Milliarde Euro auf 75 Mrd. Euro. Hochgerechnet aufs Gesamtjahr gab es 2018 einen Umsatz von 93 Mrd. Euro. Wichtigste Herausforderungen sind die Digitalisierung und der Facharbeitermangel.

Die Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer (WKÖ), Renate Scheichelbauer-Schuster, hat am Mittwoch bei einer Pressekonferenz vor allem die Bedeutung der Digitalisierung betont. Es handle sich um das Zukunftsthema für Klein- und Mittelbetriebe (KMU) schlechthin. "Unsere Unternehmen müssen dabei stetig am Ball leiben. Für die Implementierung der neuen Technologien und Prozesse ist noch eine starke Unterstützung nötig."

Scheichelbauer-Schuster forderte die Fortführung der Initiative "KMU digital" durch die Bundesregierung, die mit 7 Mio. Euro dotiert war. Diese ist de facto ausgelaufen, brauche aber eine Fortsetzung. Dabei sei nicht der Titel, aber der Inhalt wichtig, erläuterte Fachverbandsgeschäftsführer Reinhard Kainz: Einerseits solle die online mögliche Digital-Standortbestimmung für KMU mit folgender Fachberatung an Ort und Stelle aufrechterhalten bleiben. Andererseits sollten diese Maßnahmen nun ergänzt werden durch ein Innovations- und Trendmanagement.

Es gehe unter Einbeziehung der Außenwirtschaft der WKÖ in besonders digital-affinen Weltregionen um das Festmachen von Trends in einzelnen Branchen, die besonders wichtig und erfolgsversprechend seien, so Kainz. Nach Feststellung dieser Trends sollen konkrete Infos darüber nach Österreich zurückgebracht werden um sie beratend in den KMU zu implementieren. "Um ein solches Paket zu schnüren, laufen Gespräche mit dem Digitalisierungsministerium (Wirtschaftsministerium bzw. Digitalisierungsagentur des Ministeriums, Anm.)", sagte Kainz. Eine höhere Dotierung als zuletzt bezeichneten die WKÖ-Vertreter als wünschenswert.

"Die Betriebe brauchen das", sagte Scheichelbauer-Schuster. Zwar stünde im Gewerbe und Handwerk weiterhin die Qualität der Produkte und der handwerklichen Arbeit im Mittelpunkt. "Aber wir haben klaren Handlungsbedarf, um die Betriebe zu motivieren, mehr in die digitale Offensive zu gehen. Ich wünsche mir von unseren Betrieben, dass sei bis 2020 flächendeckend digital präsent sind." Die Spartenobfrau zählte zahlreiche Digitalisierungsbeispiele vom digitalen Terminvereinbaren beim Friseur, über die digitale Veranschaulichung von neuen Einrichtungen durch den Tischler bis hin zum verstärkten eigenen Schmuck kreieren bei Goldschmieden dank neuer digitaler Möglichkeiten. Betriebe, die noch so gar nicht digital sind, versucht die Kammer übrigens über gedruckte Broschüren und Vorträge an Bord zu holen.

Quelle: APA

Aufgerufen am 19.10.2019 um 03:59 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/gewerbe-und-handwerk-bis-2020-komplett-digitalisierung-64181926

Kommentare

Schlagzeilen