Österreich

Global 2000 kritisiert Energieeffizienzgesetz

Die Umweltschutzorganisation Global 2000 wirft dem Wirtschaftsministerium Tricksereien beim Energieeffizienzgesetz vor. Konkret geht es um die Beimischung von Diesel-Zusätzen, die der Energiebilanz positiv angerechnet werden. Laut Global 2000 werden aber bei den Tests zur Berechnung der Effizienz Treibstoffe verwendet, die nicht an den Tankstellen abgegeben werden.

"Es ist damit völlig unklar, ob die gezeigte Wirkung nur im Labor oder auch in der Realität stattfindet", so die Umweltschützer zur APA. Weiters würden die Testkraftstoffe keine Reinigungsadditive enthalten, welche in real abgegebenen Treibstoffen in Österreich aber bereits seit Jahren vorhanden sind. "Der jetzt gemeldete Einspareffekt wird also vermutlich bereits seit Jahren realisiert. Statt einer echten Energieeinsparung würde dann lediglich eine Luftbuchung generiert", kritisiert Global 2000.

Was die Umweltschützer besonders ärgert: Die Gutachten zum Nachweis der Wirksamkeit seien lange geheim gehalten worden und seien Global 2000 erst nach einem schriftlichen Antrag nach dem Umweltinformationsgesetz zugestellt worden.

Die Monitoringstelle Energieeffizienz in der Energieagentur bestätigte auf APA-Anfrage, dass der Testdiesel nicht dem Diesel entspricht, der an den Tankstellen abgegeben wird. Das habe den Grund, dass Diesel an den Zapfsäulen über das ganze Jahr nicht ident sei - Stichwort Sommer- und Winterdiesel. Für eine Vergleichbarkeit der Tests sei aber immer der gleiche Kraftstoff notwendig, der der gleichen Ö-Norm entspreche wie der Tankstellendiesel.

Quelle: APA

Aufgerufen am 20.09.2018 um 09:01 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/global-2000-kritisiert-energieeffizienzgesetz-947923

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