Wirtschaft

Graz, Linz und Eisenstadt helfen Unternehmen

Die Stadt Graz hat wegen der Coronavirus-Auswirkungen ein "erstes kommunales Soforthilfe-Wirtschaftspaket" über 3 Mio. Euro geschnürt: Mietzins in öffentlichen Gebäuden wird erlassen, Abgaben und Gebühren werden reduziert. Die Energie Graz richtet einen Notfonds ein, um Unternehmen mit Zahlungsschwierigkeiten zu helfen. Auch Linz stundet vorübergehend die Miet- und Pachtzahlungen.

Auch Graz steht still SN/APA/ERWIN SCHERIAU
Auch Graz steht still

Durch diesen Verzicht wolle die Stadt Linz dazu beitragen, dass jene Unternehmen in der Corona-Krisenzeit "liquide bleiben", meinte Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ). Unterstützt werden mit diesem Nachlass zahlreiche Gastronomiebetriebe, die wegen des Virus seit Dienstag geschlossen haben, aber auch rund 370 Gewerbelokale in Gebäuden der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft der Stadt, die ebenfalls ihren Betrieb vorübergehend einstellen mussten.

In Graz informierten Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP), sein Stellvertreter Mario Eustacchio (FPÖ) und Finanzstadtrat Günter Riegler (ÖVP) über die Maßnahmen zur Entlastung der in Bedrängnis kommenden Unternehmen. "Die Gesundheit der Grazerinnen und Grazer steht über Allem. Dennoch trifft das Coronavirus auch Grazer Unternehmen, die in diesen unsicheren Zeiten schnelle und unbürokratische Hilfe benötigen. So greifen unsere Maßnahmen beginnend bei Grazer EPUs bis hin zu den Großbetrieben und decken von der Gastronomie über Handel bis hin zum produzierenden Gewerbe die unterschiedlichsten Sparten ab", sagte Nagl.

Das Paket umfasst elf Punkte. Unter anderem werden bis Jahresende keine Nutzungsgebühren für Gastgärten eingehoben. Bereits eingezahlte Beiträge werden den Gastronomen rückerstattet. Die Maßnahme wird die Stadt rund 600.000 Euro kosten. Von den Schließungen betroffene Grazer Unternehmen müssen bis Jahresende 20 Prozent weniger für Wasser bezahlen (700.000 Euro). Im Fördertopf der Energie Graz stehen 200.000 Euro für betriebliche Stromkunden zur Verfügung.

Weiters entfallen bis Jahresende alle Nutzungsentgelte für Veranstaltungen im öffentlichen Raum. Wer schon bezahlt hat, bekommt die Summe rückerstattet (150.000 Euro). Die Standgebühren bei Bauernmärkten werden für die kommenden beiden Monate ausgesetzt (300.000 Euro). Unternehmen, die von den Auswirkungen des Coronavirus stark betroffen und in städtischen Objekten eingemietet sind, wird die Miete für die Dauer der Verkehrsbeschränkung erlassen (400.000 Euro). Die Stadt Graz appelliert auch an andere Vermieter, "sich mit den Grazer Unternehmen in dieser Ausnahmesituation solidarisch zu zeigen und den Mietzins zu reduzieren oder ebenfalls zu erlassen".

Bereits am Montag wurde mitgeteilt, dass die Parkgebühren vorerst in der Stadt entfallen und auch im öffentlichen Verkehr keine Ticketkontrollen stattfinden. Eine eigens eingerichtete Corona Service-Hotline der Abteilung für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung soll speziell Grazer Unternehmen Auskunft über Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten geben. Die Hotline ist rund um die Uhr besetzt und unter den Nummern 0316/872-4804 oder 0664/608724884 erreichbar.

Wie Graz und Linz hat auch Eisenstadt Erleichterungen für Pächter städtischer Einrichtungen erlassen. Für die Zeit der angeordneten Geschäftseinschränkungen wird der Pachtzins nachgelassen. Auch auf die Gebühren für die Schanigärten wird verzichtet, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung aus dem Rathaus. Zudem werden zinsfreie Stundungen von Gemeindeabgaben gewährt.

Quelle: APA

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